Tourismusboom in Berlin und Brandenburg : Parklücken frei, Plätze am See voll

In den Sommerferien leert sich Berlin - aber nicht wirklich: Der Tourismus boomt wie nie. Das gilt auch für Brandenburg, das von der Weltlage profitiert.

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Beste Wasserlage. Brandenburg ist mit seinen vielen Gewässern - hier der Helenesee - ein ideales Sommerziel für Touristen.
Beste Wasserlage. Brandenburg ist mit seinen vielen Gewässern - hier der Helenesee - ein ideales Sommerziel für Touristen.Foto: dpa/Pleul

Für daheim gebliebene Autofahrer beginnt die fünfte Jahreszeit: die, in der sie selbst in automobilen Problemzonen wie Gründerzeitkiezen und Plattenbauvierteln freie Parklücken finden. City und Speckgürtel leeren sich.

Stattdessen kommen Touristen: Bei den Tourismuswerbern von Visit Berlin heißt es, die Hotels seien „sehr gut“ gebucht. Das von ausbleibenden Geschäftsleuten verursachte Sommerloch werde durch Freizeitgäste aufgefüllt. Juli und August seien seit Jahren die besucherstärksten Monate in Berlin. Die Stadt profitiere von dem vielen Grün, von Strandbars, Bädern und Gewässern.

Feriendomizile in Wassernähe sind gefragt wie nie

Ähnlich optimistisch klingt Birgit Kunkel, Sprecherin von Tourismus Marketing Brandenburg: Vor allem Ferienwohnungen und -häuser in Wassernähe seien gefragt wie nie zuvor. Die Weltlage verstärke den Trend zum Urlaub im eigenen Land. Und vor allem in der Lausitz profitierten die Gastgeber von der neuen Sommerferienregelung: In diesem Jahr hätten Sachsen und Brandenburg nicht mehr zur selben Zeit Ferien, sodass die Hauptsaison länger dauert. Und dank des Hochsommerwetters kämen zu den Urlaubern noch die spontanen Ausflügler, die beispielsweise übers Wochenende Boote mieten oder campen. Auch im Potsdamer Wirtschaftsministerium heißt es: „Der Radius für viele Familien ist sicher kleiner geworden.“ Und vom Berlinboom profitiere eben nicht nur Sanssouci, sondern auch beispielsweise Rheinsberg, wo Kultur in einer Seenplatte serviert wird.

Bei Sonnenschein ins Kino? Dann gibt's garantiert kein Gedrängel

Wer gar kein Auto hat oder jenseits der Parklücken von sommerlicher Leere profitieren will, muss letztlich ein antizyklisches Programm entwerfen und beispielsweise bei Sonnenschein ins Kino oder ins Fitnesscenter gehen. Oder sich wenigstens morgens auf dem Weg zur Arbeit über etwas weniger Gedränge in Bussen und Bahnen freuen.

Für eine solche antizyklische Idee hielten die Bäderbetriebe auch ihren Test vom vergangenen Jahr, das Stadtbad Schöneberg auch im Sommer offen zu lassen. Dann war es so rappelvoll, dass es auch in diesem Jahr wieder geöffnet bleibt. Gerade Familien mit Kindern schätzten die sonnenbrandsichere Welt mit konstanten Wassertemperaturen, mutmaßt Matthias Oloew, Sprecher der Bäderbetriebe.

Cooler Tipp: Picknick-Frühstück im Schwimmbad

Acht Hallen seien in diesem Sommer durchgehend geöffnet. Für ganz heiße Tage mit entsprechend großem Andrang empfiehlt Oloew eher die Strand- als die Sommerbäder – also die an den Gewässern statt der künstlichen Schwimmbecken. Aber auch dort gebe es, etwa in Pankow mit seiner riesigen Liegewiese, viel Platz. Besonders schnell fülle sich dagegen das Bad am Columbiadamm. „Warum nicht mit dem Picknickkorb schon zum Frühstück dorthin?“, schlägt Oloew vor: Richtig voll werde es meist erst ab dem Mittag. Weitere Insidertipps seien die nie überfüllten Sommerbäder Mariendorf in der Rixdorfer Straße und Staaken- West am Brunsbütteler Damm.

Wer sich bei dieser Auswahl gar nicht gleich entscheiden kann, hat Zeit: Das Wetter bleibt bis Mitte nächster Woche hochsommerlich mit fast 30 Grad, heißt es beim Wetterdienst Meteogroup. Danach werde es wohl etwas gewittriger und nicht mehr ganz so warm, aber weiter sommerferiengemäß.

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