Berlin : Touristen müssen draußen bleiben - heute und morgen nur für Fachbesucher geöffnet

Jörn Hasselmann

Heute und morgen sperrt die ITB das Publikum aus. Nur Profis dürfen hinein in das weltgrößte Reisebüro, denn zum zweiten Mal hat die Messegesellschaft den Fachbesuchern zwei eigene Tage gegönnt. In den Vorjahren hatten die Aussteller immer darüber geklagt, dass durch den großen Andrang das Geschäftemachen erschwert werde. Denn die ITB ist anders als die Grüne Woche vor allem eine Fachmesse, tagsüber trifft sich die Branche in den Hallen unterm Funkturm, abends auf den unzähligen Empfängen und Partys in der Stadt. Denn nahezu jedes Land schickt seinen Tourismusminister an die Spree, und nahezu jedes große Hotel lädt Geschäftsfreunde ein.

Dass an vielen Ständen auf der ITB das Publikum nur zweite Wahl ist, sieht man zum Beispiel in Halle 4.2 bei den Amerikanern. Normale Besucher müssen sich durch einen engen Gang an der Hallenwand drängeln, in den riesigen "USA-Pavillon" in der Mitte der Halle dürfen nur Fachbesucher.

So bleibt den Berlinern nur noch der Mittwoch von 10 bis 18 Uhr, um sich über die 177 auf der ITB vertretenen Länder zu informieren - das wird dann etwas billiger sein, weil der Eintritt nur 15 und nicht 22 Mark kostet.

Zu den Trends, die sich an den ersten beiden Tagen herauskristallisierten, gehört neben dem Internetboom der Fahrradtourismus. Denn es steigen viel mehr Menschen aufs Rad, als Experten vermutet habe. Der Fahrradclub ADFC stellte gestern auf der ITB eine Studie vor, nach der im vergangenen Jahr 1,92 Millionen Deutsche ihren Urlaub im Sattel verbrachten. Die Radler machten damit 1999 rund vier Prozent aller Reisenden aus, das übertrifft die Zahl der Kreuzfahrt- und Golftouristen. 75 Prozent der Radreisenden verbrachten sogar ihren Hauptjahresurlaub auf zwei Rädern.

Für die kommenden Jahre erwartet der ADFC ein weiteres starkes Wachstum beim Fahrradtourismus. Dazu trägt sicher auch der durchgehende Radweg bei, der im kommenden Jahr zwischen Berlin und Kopenhagen eröffnet werden soll. Die Strecke soll über die brandenburgischen Städte Hennigsdorf und Fürstenberg nach Güstrow und Rostock und weiter entlang der Ostseeküste in die dänische Hauptstadt führen. Seit einem Jahr arbeite man mit Partnern aus Berlin, Brandenburg und Dänemark daran, auf der geplanten Trasse die Lücken zwischen bereits bestehenden Radwegen zu schließen, sagte Bernd Fischer vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern auf ITB.

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