Touristenfalle Tegel : Taxibetrüger bedrohen Fahrgäste

18.10.2012 09:41 Uhrvon
Verdientes Päuschen? Foto: dpa
Verdientes Päuschen? - Foto: dpa

Für 220 Euro ins Hotel: Betrügerische Taxifahrer berechnen ahnungslosen Fahrgästen offenbar immer wieder mal deutlich zu viel. Das jüngste Opfer war ein amerikanischer Passagier. Kein Einzelfall, heißt es beim Taxiverband. Aber ein besonders dreister.

Ein amerikanischer Tourist ist am vergangenen Freitag von einem Taxifahrer nicht nur betrogen, sondern auch bedroht worden. Der Mann war nach eigener Aussage gegen 22.30 Uhr mit dem Flugzeug aus London in Berlin-Tegel angekommen. Dort nahm er ein Taxi und gab als Fahrziel das Hotel Kempinski Adlon an. Nach einiger Zeit hielt der Taxifahrer und behauptete, am Hotel angekommen zu sein.

Er wollte 100 Euro, was seinen Fahrgast verwunderte, weil dieser wusste, dass das Adlon weniger als zehn Kilometer vom Flughafen entfernt ist. Außerdem kam ihm die Umgebung seltsam vor: Das Taxi stand irgendwo im Dunkeln, von einem Hotel oder auch nur Haus keine Spur.

Auf seine Frage, ob das hier richtig sei, erhielt er jedoch keine Antwort, vielmehr sprang der Fahrer aus dem Auto, öffnete den Kofferraum und warf den Koffer seines Fahrgasts auf die Straße. Um seiner Geldforderung Nachdruck zu verleihen, trat er gefährlich nahe an ihn heran und wiederholte mehrmals in gebrochenem Englisch, dass er 100 Euro wolle. Aus Angst bezahlte der Amerikaner schließlich 80 Euro – und das Taxi verschwand.

Nach kurzem Fußmarsch erreichte der Tourist ein Lokal, wo man ihm ein Taxi rief, das ihn in wenigen Minuten für zehn Euro ins Adlon brachte, wo er die Polizei informierte. Die bestätigte dem Tagesspiegel am Mittwoch, dass eine entsprechende Anzeige des Amerikaners vorliegt, die momentan bearbeitet werde.

Es ist beileibe nicht die erste, sagt der Vorsitzende des Taxiverbandes Berlin, Detlev Freutel: „Seit mehr als zwei Jahren kennen wir das Problem in Tegel, versuchen alles, um es zu lösen, aber es wird immer schlimmer. Immer brutaler. Und niemand fühlt sich dafür zuständig.“

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