Towerrun : 465 Stufen im Laufschritt hinauf

Zum zehnten Mal findet der Towerrun in der Fritz-Erler-Allee 120 am Sonntag statt. 67 Läufer haben sich angemeldet, wer noch mitmachen will, ist willkommen. -

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Foto: Uwe Steinert

465 Stufen geht’s hinauf. Bis in die 29. Etage des höchsten Wohnhauses Berlins, es steht in Gropiusstadt. Warum nicht einfach einen der Fahrstühle nehmen? Für Marina und Rainer Boßdorf ist das keine Frage: Der „Towerrun“ in der Fritz-Erler-Allee 120 ist für das Ehepaar aus Johannisthal fester Bestandteil des Sportjahres. Zum zehnten Mal findet der Lauf an diesem Sonntag statt (11 Uhr) und zum zehnten Mal sind auch die Boßdorfs dabei.

„Es macht einfach Spaß“, erzählt Rainer Boßdorf, der sonst Marathon läuft. „Es ist mal was anderes, als im Park geradeaus zu laufen.“ Zwei Runden um den großen Parkplatz vor dem Hochhaus rennen die Teilnehmer, erst dann beginnt der endlose Aufstieg. „Wir wollen verhindern, dass 30 Leute gleichzeitig ins Treppenhaus drängen“, sagt Detlef Lüdtke, Sportwart der ausrichtenden TuS Neukölln. Dass der Parkplatz am Sonnabend noch tief verschneit war, stellt die Veranstalter vor eine besondere Herausforderung. SPD-Stadtrat Thomas Blesing ist sich jedoch sicher, „dass unser Hauswart den Schnee bis zum Start des Rennens geräumt haben wird“. Blesing war es, der vor zehn Jahren die Idee eines Treppenlaufes in Berlin hatte. Er ist selbst Läufer und im Vorstand der Baugenossenschaft Ideal, der das Hochhaus gehört und die das Rennen nun gemeinsam mit der SPD finanziert.

67 Läufer haben sich angemeldet, aber auch Kurzentschlossene sind willkommen. „Es machen vor allem Läufer, Radfahrer und Triathleten mit, die bei diesem Wetter nicht so gut trainieren können“, sagt Lüdtke. Die meisten sind Freizeitsportler wie die Boßdorfs. „Für mich ist es eine Selbstbestätigung, dass ich das in meinem Alter noch schaffe“, sagt der 65-Jährige. Seine 18 Jahre jüngere Frau möchte unter die besten drei bei den Frauen laufen. An die Bestzeit von 3:16 aber werden sie nicht herankommen. Für Rainer Boßdorf ist auch etwas anderes wichtiger: „Wenn ich im Ziel noch ein Bierglas halten kann, dann bin ich zufrieden.“

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