TrainingsSACHE : Gute Schreibe, gute Recherche

Dozenten der Tagesspiegel-Akademie verraten ihre pädagogischen Geheimnisse. Diesmal: Tilmann Warnecke über journalistisches Schreiben.

Tilmann Warnecke (Tagesspiegel) leitet Schülerseminare zum Thema Journalismus
Tilmann Warnecke (Tagesspiegel) leitet Schülerseminare zum Thema JournalismusFoto: Kai-Uwe Heinrich

Worum es mir geht

Journalismus fasziniert viele Schülerinnen und Schüler. Gut so! Und wo sollten sie besser einen Einblick in den Beruf bekommen als in einem Haus wie dem Tagesspiegel? In meinen Seminaren will ich einige Grundlagen näher bringen. Wie arbeiten Journalisten, was macht eine gute Schreibe aus, was eine gute Recherche? Das üben wir natürlich auch praktisch: Journalistin und Journalist wird man nicht durchs Zuhören, sondern durchs Selbermachen. Kurz gesagt: Journalistenschule für einen Tag – oder für eine ganze Woche, wie bei unserer Schülerakademie vom 8. bis 12. Juli.

Das größte Aha-Erlebnis
… erleben die Teilnehmer bei einer Schreibwerkstatt. Ich werfe wenig geglückte Sätze an die Wand, und die Schüler diskutieren, wie man es besser machen kann. Der bekannte Journalistenausbilder Wolf Schneider gibt für einen verquasten Satz dieses Beispiel: „Man stelle sich vor, dass kriegerische Handlungen in Ermangelung hinlänglicher Teilnehmerzahlen gar nicht stattfinden können.“ Überlegen Sie selbst: Wie kann man das eingängiger formulieren?

Mein Tipp
Locker machen! Viele Teilnehmer fürchten, mit 18 oder 19 Jahren könnte der Zug abgefahren sein, wenn sie nicht einen genauen Karriereplan vor Augen haben. Das ist Unfug!  Ach ja, und sicher haben Sie erkannt, dass das oben genannte Beispiel ein schwacher Schatten eines Satzes von Bertolt Brecht ist: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“

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