• Transsexueller will sich in den Frauenknast klagen Staatsanwaltschaft dagegen: Gefahr für die weiblichen Häftlinge

Berlin : Transsexueller will sich in den Frauenknast klagen Staatsanwaltschaft dagegen: Gefahr für die weiblichen Häftlinge

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Ein Transsexueller in Untersuchungshaft versucht mit einer Verfassungsbeschwerde seine Verlegung ins Frauengefängnis durchzusetzen. Der 42-jährige Martin Z. wurde wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt, legte aber Berufung ein. Vor der Tat hatte sich Z., der sich seit Jahren als Frau fühlt und kleidet, in der Charité auf eine Geschlechtsumwandlung vorbereitet. Z. klagt, dass Mithäftlinge und Wachpersonal ihm „mit tätlichen Übergriffen bis hin zu sexueller Nötigung“ drohten. Die Staatsanwaltschaft verweigert die Verlegung: Z. könnte seine Mitgefangenen schwängern.

Nach medizinischen Gutachten leidet Martin Z. an einer angeborenen Chromosomenveränderung, die ihn mit zunehmendem Alter verweiblichen lässt. Außerdem wird ihm eine „98,89 prozentige Zeugungsunfähigkeit“ bescheinigt. Die fragliche Zeugungsfähigkeit des Häftlings sei „nicht das einzige Kritierium“ die Verlegung zu verweigern, sagte Justizsprecherin Ariane Faust. Martin Z. werde ein Gewaltdelikt mit einem sexuellen Hintergrund vorgeworfen. Möglichweise müssten die inhaftierten Frauen vor Z. geschützt werden. Das Kammergericht stehe vor einer „heiklen Entscheidung“ zwischen den Persönlichkeitsrechten des Häftlings und dem Schutz der Frauen in der JVA. Justizsenatorin Karin Schubert sei an dem Fall „sehr interessiert“, könne aber den gerichtlichen Entscheidungen nicht vorgreifen. -ry

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