Berlin : Treffen radikaler Araber

Islamisten planen offenbar Kongress in Berlin

Sandra Dassler

An einem 11. September musste die Nachricht besonders aufschrecken: Das Simon Wiesenthal Center (SWC) in Paris hat die Bundesregierung aufgefordert, ein für Anfang Oktober geplantes Islamisten-Treffen in Berlin zu verhindern. In einem am Sonnabend veröffentlichen Brief an Innenminister Otto Schily (SPD) empfahl der außenpolitische Direktor des Zentrums, Shimon Samuels, der Bundesregierung außerdem, Erkundigungen über die Organisatoren einzuziehen.

Teilnehmern aus dem Ausland, die im Verdacht stehen, die öffentliche Ordnung zu gefährden, sollte die Einreise verweigert werden, heißt es in dem Schreiben der internationalen jüdischen Menschenrechtsorganisation weiter. Der „Erste Arabische Islamisten-Kongress in Europa“, der vom 1. bis zum 3. Oktober in Berlin stattfinden solle, diene dazu, den radikalen Islam in Europa und den Widerstand in Palästina und im Irak zu stärken. Er sei kein unschuldiges Treffen von Arabern, sondern eine politische Plattform zur Anwerbung radikaler Dschihad-Kämpfer und Terroristen.

Der Berliner Verfassungsschutz weiß nach Angaben seines Sprechers Claus Guggenberger von dem geplanten Kongress. „Der Termin ist uns bekannt, wir beobachten die entsprechenden Aktivitäten sehr genau“, sagte er dem Tagesspiegel. Weitere Auskünfte – etwa über den Ort des Treffens – wollten weder er noch ein Sprecher des Bundesverfassungsschutzes geben. Nach Tagesspiegel-Recherchen mehren sich in den vergangenen Tagen die Meldungen über einen entsprechenden Kongress im Internet. „The Washington Times“ hatte bereits am 2. September berichtet, dass eine Gruppe, die sich „die Gegner der US- und israelischen Hegemonie“ nennt, Moslems in ganz Europa aufrufe, Anfang Oktober in Berlin zusammenzukommen. Muslimische Organisationen in den Vereinigten Staaten haben laut „Washington Times“ noch nie etwas von einer solchen Gruppe oder von einem Kongress in Berlin gehört.

Der Berliner CDU-Fraktionschef Nicolaus Zimmer forderte den Senat auf, den Kongress und die Organisatoren zu überprüfen und die Veranstaltung gegebenenfalls verbieten zu lassen. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass sich in Berlin „radikale und verfassungsfeindliche Kräfte sammeln“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben