Trends in der Tourismusbranche : Das kühle Nass ist bei Touristen besonders gefragt

Brandenburg bietet für viele ausländische Urlauber beste Voraussetzungen, denn viele Touristen wollen ihren Urlaub in und am Wasser verbringen. Besonders beliebt ist das "Tropical Island".

von

Der Brandenburger Tourismus steht vor einem Trendwechsel. Denn die Zeit der ständigen Neueröffnungen von Hotels, Ferienparks, Radwegen, Gaststätten oder Marinas ist vorbei. „Jetzt wollen wir die vorhandenen Möglichkeiten erheblich verbessern und mit einer Kombination aus Natur-, Kultur- und Wellnesstourismus unseren guten Stand halten und ausbauen“. kündigte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers auf der ITB an. „Höhere Qualität und besserer Service lauten unsere Schlagworte.“ Damit werde nicht zuletzt das „hohe wirtschaftliche Potenzial des Tourismus“ gesichert. Immerhin 115 000 Vollzeitjobs sichert die Branche. Zwischen 2004 und 2009 stieg der Umsatz von 3,25 auf 4,25 Milliarden Euro. Die im Vorjahr registrierten 10,7 Millionen Übernachtungen bedeuten gegenüber 2009 eine Steigerung um 4,3 Prozent. Ausländische Gäste, die noch vor einigen Jahren kaum eine Rolle in der Statistik spielten, kommen immer häufiger nach Brandenburg. Sie buchten im vergangenen Jahr 755 000 Übernachtungen, 14 Prozent mehr als im Jahre 2009.

Bestes Beispiel für diese Entwicklung liefert der Freizeitpark „Tropical Islands“. Hier machen die Ausländer rund 20 Prozent der fast 900 000 Gäste pro Jahr aus. „90 Prozent davon kommen aus Polen, acht Prozent aus Tschechien und der Rest aus ganz Europa zwischen Norwegen und Italien“, sagte Pressesprecher Patrick Kastner.

Für einen Trend bietet Brandenburg beste Voraussetzungen: „Die Menschen wollen ihren Urlaub und ihre Freizeit immer stärker auf, im und am Wasser verbringen“, bestätigte Udo Schröder von der REWE-Touristikgruppe. Allein über die ITS-Marke seien im Vorjahr 100 000 Übernachtungen in der Mark gebucht worden, für 2011 erwarte REWE ein Plus um 10 Prozent. „Wichtig sind Erlebnisprogramme für die ganze Familie, wie es mit dem Programm ‚Sommerresidenz Potsdam’ beispielhaft gezeigt wird.“ In den Sommerferien können Urlauber hier ein drei- bis fünftägiges Arrangement mit Segelkursen, geführten Radtouren oder Parkführungen buchen.

Das Wasser wird auch in der im April beginnenden Werbekampagne „Naturtourismus“ dominieren. Das große Potenzial ist längst noch nicht bekannt, wie das Beispiel der Lausitz zeigt. Überregional wird der Süden Brandenburgs kaum mit einem Seenland in Verbindung gebracht. 2015 aber werden die meisten ehemaligen Tagebaugruben geflutet sein, so dass hier eine der größten europäischen Seenketten zum Wassersport einladen könnte. Noch bremst aber mancherorts die Gefahr eines Abrutschens einzelner Uferbereiche die prognostizierte Euphorie.

In der Lausitz könnten dann am ehesten noch neue Hotels entstehen. Doch selbst diese Neubauten dürften die jährliche Zahl von etwa zehn Millionen Übernachtungen nicht erheblich anwachsen lassen. „Wir können uns nicht mit dem Tempo von Berlin messen, wo 2010 rund 21 Millionen Übernachtungsgäste gezählt wurden“, sagte Dieter Hütte, Chef der Tourismus Marketing Brandenburg. „Der jährliche Zuwachs an Hotelbetten in Berlin entspricht dem Gesamtbestand in Potsdam.“

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben