Berlin : Treptow-Köpenick: Die alten Hasen geben den Ton an

Bürgermeister

Klaus Ulbricht kann seinen Chefsessel im Rathaus in der Köpenicker Altstadt behalten. Von dort aus wird der promovierte Chemiker ab Januar 2001 den neuen Großbezirk leiten. Der 62-Jährige, der seit acht Jahren Bürgermeister des flächenmäßig größten Bezirks ist, gilt als anerkannter Kommunalpolitiker und fachlich kompetent. Ulbricht will künftig vor allem eine bürgernahe Verwaltung praktizieren und setzt sich für sechs Bürgerämter im Großbezirk ein. Aus seiner Sicht fängt die Fusion jetzt erst richtig an. "Bislang haben wir uns nur mit verwaltungstechnischen Fragen beschäftigt. Jetzt geht es um die Menschen."

Vizebürgermeister, Bildung

Nach internen Absprachen der Parteien kann die PDS die Ressorts Bildung und Kultur sowie den Posten des Vizebürgermeisters besetzen. Bislang ist allerdings unklar, wer es übernimmt. Ernst Welters, der bisherige Jugend- und Umweltstadtrat steht dafür nach eigener Aussage zur Verfügung. Doch er erhielt auf der konstituierenden Sitzung der BVV auch im dritten Wahlgang nicht die nötigen Stimmen.

Bauen, Umwelt und Natur

Der 56-jährige Sozialdemokrat Dieter Schmitz gehört zu den alten Hasen in der Bezirkspolitik. Er ist seit nunmehr zehn Jahren für das Treptower Bauressort zuständig. Aufsehen erregte der promovierte Bauingenieur, weil er sich in der Vergangenheit mehrmals den Anweisungen des Senats widersetzte und eigenmächtig Bauprojekte durchsetzte. Schwerpunktmäßig will Schmitz zur Lösung der Verkehrsprobleme im Südosten beitragen. "Ich werde bei den zuständigen Stellen darauf dringen, dass sie das notwendige Geld für den zweiten und dritten Bauabschnitt der Tangentialverbindung Ost rechtzeitig zur Verfügung stellen."

Jugend und Sport

Auch der 57-jährige Diplomingenieur Joachim Stahr (CDU) macht seit zehn Jahren das gleiche: Er amtiert als Treptower Jugend-, Sport- und Kulturstadtrat. Seine wichtigste Aufgabe im Großbezirk wird sein, die unterschiedlichen Strukturen im Jugendbereich beider Bezirke zusammenzuführen. "Wir müssen nach neuen Ansätzen suchen." Die verschiedenen Angebote Freier Träger sollen erhalten bleiben. Handlungsbedarf sieht der Diplomingenieur auch im Sportbereich. So will er sich unter anderem für ein Konzept zum Ankauf von Wassergrundstücken, die von Sportvereinen genutzt werden, stark machen.

Stadtgestaltung

Die Christdemokraten haben ihren Kandidaten Oliver Scholz als "innovativen Politiker mit dem Willen zum Gestalten" vorgestellt. Er sei hochmotiviert für diese Aufgabe, sagt der 41-jährige Bauingenieur, der seit einem Jahr das Köpenicker Bauressort leitet, über sich selbst. Für Scholz bedeutet die Fusion eine "Riesenchance der Gestaltung einer 16 800 Hektar großen Fläche." So will er das vom Senat beschlossene "Planwerk Südost" umsetzen: Die Neuordnung des Verkehrs, die Umstrukturierung historischer Industriestandorte in Oberschöneweide und Bau neuer Uferwanderwege gehören unter anderem dazu.

Gesundheit und Soziales

Anita Engelmann (PDS), die Newcomerin im neuen Bezirksamt, wird wohl das Gesundheits- und Sozialressort übernehmen. Geliebäugelt hatte die 44-jährige Architektin mit dem Bauressort. Doch SPD und CDU teilten diesen Bereich bereits unter sich auf. Beide hielten der Mutter zweier Kinder vor der Wahl vor, keine Verwaltungskenntnisse zu haben. Daher stimmte nur die PDS für sie. Anita Engelmann will sich vor allem für eine Förderung von Frauen einsetzen sowie Sozialhilfeempfängern Arbeitsmöglichkeiten anbieten. Die Treptowerin arbeitet seit Jahren in der Betroffenenvertretung im Sanierungsgebiet Niederschöneweide mit.

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