Treptow-Köpenick : SPD-Bezirksbürgermeisterin in der Kritik

Die neue Bleibe, die Gabriele Schöttler für einen beliebten Freizeitpark in Treptow-Köpenick in Aussicht stellte, ist doch nicht zu haben. Die Vorwürfe gegenüber der Bezirksbürgermeisterin mehren sich, auch in ihren eigenen Reihen.

In der SPD Treptow-Köpenick nimmt die Kritik der Genossen an „ihrer“ Bürgermeisterin Gabriele Schöttler zu. Noch äußern sich die Politiker nur hinter vorgehaltener Hand. Allerdings, sagt ein SPD-Bezirkspolitiker, der seinen Namen nicht lesen möchte, stehe die Kritik auf einer breiten Basis. Die 55-Jährige sei im Umgang mit Bürgern nicht gerade zimperlich. Die Unterschriftensammlung einer Bürgerinitiative zur Rettung einer Kastanie habe sie mit den Worten zurückgewiesen: „Ich bin doch nicht die Post“, berichtet der Politiker. Außerdem sei sie mit ihren Aufgaben überfordert, sagt ein anderer. Schöttler kümmert sich um die Bereiche Personal, Finanzen, Wirtschaft, Kultur und Ordnungsamt. „Ich werde meine Linie fortsetzen und punktuell Verbesserungen anstreben“, entgegnete Schöttler.

Nun gibt es einen aktuellen Anlass, bei dem ihr nicht nur von Bezirksgenossen ein scharfer Wind entgegenweht. Der Skate- und Freizeitpark Mellowpark sucht eine neue Bleibe, weil der Mietvertrag an der Friedrichshagener Straße zum Jahresende ausläuft. Es ist erklärter Wille des Bezirksamtes und der Bezirksverordneten aller großen Parteien, die Freizeiteinrichtung im Bezirk zu halten. Überraschend präsentierte das Bezirksamt Ende Juni eine Lösung. Im Fachvermögen befinde sich noch das 66 000 Quadratmeter große Eurotower-Grundstück an der Wuhlheide. Der Liegenschaftsfonds sei zwar mit der Vermarktung beauftragt, der Bezirk könne aber von seinem Erstzugriffsrecht Gebrauch machen. Vorgestellt hatte die Pläne Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD), unterstützt von Schöttler.

Die Senatsfinanzverwaltung sperrt sich nun. „Die Verhandlungen sind in einem Stadium, in dem man sie nicht ohne erheblichen Vertrauensverlust abbrechen kann“, sagte eine Sprecherin. „Es war eine Falschaussage, dass das Gelände ohne Probleme zu haben sei“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende in der BVV, Christian Schild, in Richtung Schöttler. Ein SPD-Politiker fordert: „Die Sache muss aufgeklärt werden. Wenn Fehler gemacht wurden, muss die verantwortliche Person dafür geradestehen.“ mj

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