Berlin : Treptow-Köpenick: Spreepark will aus dem Plänterwald in die Wuhlheide

Steffi Bey

Das Riesenrad des einzigen Freizeitparks Berlins könnte sich vielleicht bald in der Wuhlheide drehen. Norbert Witte, der Betreiber des Spreeparks im Plänterwald, liebäugelt mit einem Umzug auf das ehemalige Gelände des russischen Militärs an der Treskowallee. Die Vorteile des 27 Hektar großen Geländes: genügend Parkplätze, kein Landschaftsschutz. Witte wäre damit auf einen Schlag seine Probleme los. Denn seit Jahren gibt es Streit um den Wunsch des Spreeparks nach mehr Parkplätzen. Doch den will der Senat wegen des Landschaftsschutzes nicht erfüllen. In den schlechten Parkmöglichkeiten sieht Witte jedoch den Hauptgrund für den Besucherrückgang in seinem Vergnügungspark.

Noch ist die Umzugsidee allerdings nur ein Gedankenspiel. Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD) hält zwar eine Verlagerung des Spreeparks "für eine städtebaulich gute Sache", doch er bezweifelt, dass sie finanzierbar sei. Witte hat dagegen schon ein Finanzierungsmodell parat: So müsste aus seiner Sicht das Land Berlin die Kosten für einen Standortwechsel übernehmen. "Wir würden das derzeitige Gelände räumen, und der Senat könnte es dann gewinnbringend veräußern." Auf ungefähr 21 Hektar, die nicht unter Landschaftsschutz stehen, sei es möglich, Häuser zu errichten. Er geht von Umzugskosten in Höhe von 40 Millionen Mark aus.

In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung reagiert man zurückhaltend auf die Pläne. Schließlich müsste erst einmal die Spreepark-Fläche, die derzeit im Flächennutzungsplan als Erholungsfläche ausgewiesen sei, umgewidmet werden, sagt Pressesprecherin Petra Reetz. Theoretisch wäre das aber möglich. Schwieriger sei es allerdings einen Investor für den Wohnungsbau zu finden. Überrascht zeigt sich auch die Senatsfinanzverwaltung. "Für uns ist das derzeit überhaupt kein Thema", macht eine Sprecherin deutlich. Erst wenn ein Konzept vorliege, würde man sich einschalten.

Spätestens auf der nächsten Bezirksverordnetenversammlung am 30. Mai wird das Thema offiziell: CDU und SPD wollen das Bezirksamt beauftragen, nach einem Alternativ-Standort für den Freizeitpark zu suchen. Der Grund: Am jetzigen Standort sei der Park in seiner Existenz bedroht, weil seine Interessen mit denen des Landschaftsschutzes kollidieren.

Der Bezirk will die Schausteller zwar im Bezirk behalten, doch Baustadtrat Schmitz stellte jetzt im Umweltausschuss klar, dass die bereits vorliegenden Pläne für die Umgestaltung der Militärfläche weiter verfolgt werden. Demnach entsteht dort ein Erholungspark. 13 Millionen Mark sind dafür vorgesehen. Spreepark-Chef Witte will jetzt erst einmal die BVV abwarten. Doch er meint, dass sowohl der Bezirk als auch das Land ihm gegenüber in der Pflicht seien: "Wenn sie den Freizeitpark als Touristenattraktion erhalten wollen, müssen sie mir helfen."

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