Berlin : Treskowallee: Einst Sperrgebiet, bald Ausflugsziel

Steffi Bey

Noch versperrt eine dicke Betonmauer den Blick: Doch im Herbst dieses Jahres sollen die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Quartier der sowjetischen Streitkräfte an der Treskowallee beginnen. "Wir werden die maroden Kasernen und Wartungshallen beseitigen und parallel dazu den Boden sanieren", kündigt Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD) an. Belastet seien vor allem Teile des alten Munitionsdepots und der Schießanlage sowie der Tanklager-Bereich. Von den mehr als 30 unterschiedlich großen Gebäuden auf dem Areal, direkt neben der Trabrennbahn Karlshorst, bleiben die Fundamente erhalten.

"Das spart Geld", sagt Harald Büttner, Leiter des Amtes Umwelt und Natur. Für den Rückbau der ehemaligen Militärflächen und den teilweisen Bodenaustausch stehen 5,6 Millionen Mark Fördergelder aus dem Umwelt-Entlastungsprogramm der Europäischen Union zur Verfügung. Im Herbst nächsten Jahres nimmt der Bezirk dann die Neugestaltung des rund 30 Hektar großen Komplexes, der zur Wuhlheide gehört, in Angriff. "Das eingemauerte, jahrzehntelang als Sperrgebiet geltende Areal soll wieder den Erholungssuchenden zur Verfügung stehen", sagt Büttner. Geplant sind großzügig angelegte Spiel- und Liegewiesen, Sportflächen, ein Biotop und ein Festplatz.

Die Ideen basieren auf der ursprünglichen Gestaltung des Parks aus dem Jahre 1919. Damals hatte der Gartendirektor Ernst Harrich begonnen, den 300 Hektar großen Volks- und Waldpark Wuhlheide anzulegen. Die Kastanienallee, die sich noch heute bis zur Treskowallee erstreckt, hat auch "die Militärzeit" überstanden und bleibt als Gestaltungsmerkmal bestehen. "An anderer Stelle bekommt sie einen spielerischen Aspekt", sagt der Amtsleiter. Findlinge sollen beispielsweise zum Balancieren einladen. Derzeit ist noch unklar, wann die Umgestaltung der Wuhlheide beendet sein wird. Bereits vor acht Jahren beschloss das Abgeordnetenhaus, den Park nach einem landschaftsplanerischen Konzept zu verändern. In einzelnen Bereichen ist das schon geschehen: So wurden nahe dem Wasserwerk Wiesen angelegt und Bänke aufgestellt. Auch neue Wege entstanden nach historischen Plänen. Der Amtsleiter entdeckte in Unterlagen, dass die Wuhlheide einst unter erheblichen finanziellen Schwierigkeiten entstand und letztlich 13 Jahre nötig waren. Nachdem dort 1945 die sowjetischen Streitkräfte ihr Hauptquartier einrichteten, gab es fünf Jahre später den zweiten Einschnitt: Der "Pionierpark" (heute Freizeit- und Erholungszentrum - FEZ) wurde errichtet: Mit Freilichtbühne, Badesee, Sportkomplexen und später dem Palast.

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