Berlin : Tresor zieht an die Spree

Altes Kraftwerk in Mitte wird zum Techno-Club

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Bisher war es nicht mehr als ein gut gepflegtes Gerücht – jetzt steht es fest. Der Techno-Club Tresor erlebt seine Wiederauferstehung. Im Frühjahr will Betreiber Dimitri Hegemann im leerstehenden Kraftwerk an der Köpenicker Straße in Mitte feiern. 2005 musste sein Club an der Leipziger Straße einem Neubau weichen. Aber nicht nur ein Heim für Techno soll das Kraftwerk werden: Die große Halle soll für Kultur-Veranstaltungen und Kunstausstellungen, wie zum Beispiel die Lichtinstallationen von Olafur Eliasson, genutzt werden.

Auch die Veranstalter der Modemesse Bread & Butter haben Gefallen an dem Kraftwerk gefunden. Bread & Butter-Chef Karl-Heinz Müller will am Berliner Modewochenende vom 26. bis 27. Januar dort zeigen, was die Stadt für ihn alles sein kann: „Punk, Rock, Porno, Dekadenz, Subkultur und eine Herausforderung“, so steht es im frisch gedruckten Infomaterial. Das klingt ein wenig prollig und nicht so sehr nach einer professionellen Modeveranstaltung. Aber das passt zum abgerockten Zustand der 22 000 Quadratmeter großen Halle, in der einst riesige, 2004 stillgelegte Turbinen Fernwärme für Ost-Berlin produzierten,.

Nur noch die bröckelnden Fundamente der Maschinen stehen in dem über 30 Meter hohen Raum, in den kein Tageslicht dringt. Vor einem Monat durften die Chefs großer Modemarken wie Adidas, Levi’s und G-Star zum ersten Mal ins Kraftwerk, und Karl-Heinz Müller rief ihnen zu: „Das ist freie Wildbahn. Seid kreativ, seid mutig. Bringt eure DJs und Models mit. Ihr habt zwei Monate Zeit.“

Jetzt gibt es erste Vorschläge: Der Betreiber des Spindler & Klatt will eine Vertikal-Seilartistin von einem an der Decke angebrachten Kran hängen lassen und daneben seine T-Shirts ausstellen.

Eine andere Firma will die Besucher damit erfreuen, dass Frauen in Bikinis in Hiphop-Manier ein Auto waschen. Und dann soll es noch eine Stange geben, an der nur die hübschesten Mädchen runterrutschen dürfen.

Bis dahin muss noch jede Menge Schutt und zerstörtes Mobiliar weggeräumt, müssen Löcher im Boden geschlossen werden. Aber über eine Sache haben sich die Architekten gefreut: „Hier ist alles aus Beton, da brennt nichts.“GTH

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