Berlin : Trevi am Alex

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Von Lothar Heinke

Seit zweieinhalb Jahren stand das durchsichtige Ding, drei Meter hoch und unübersehbar, mitten auf dem Alex. Erst wusste keiner, weshalb. Dann konnte man ahnen, dass es sich bei dem Container um eine Berliner Variante des Römischen Trevi-Brunnens (Anita Ekberg!) handelt: Wer wiederkommen möchte in dieses ruppige Stück Stadt mit ihren Haaren auf den Zähnen und dem Raureif auf dem Herzen möge bitte einen Pfennig in das Behältnis werfen, und so geschah es. Von Woche zu Woche klickerten mehr Pfennige durch den Schlitz, erst war nur der Boden bedeckt, dann wuchs der bräunlich schimmernde Kupferberg beständig, gefaltete Scheine waren dabei und Pfennige, die einen anderen n tragen, weil sie hier zu Besuch waren und nun einen internationalen Währungsverbund ganz eigener Art bilden. Gestern nun war leider Schluss mit der Restpfennigaktion, die die Künstlerin Susanne Bosch außer in Berlin auch in München und Nürnberg ins Leben gerufen hatte. Die Pfennig-Spender haben, das war der Sinn der Sache, 1600 Vorschläge für die Verwendung des großen Berges der kleinen Münzen gemacht – nun können sich einige karitative Projekte freuen. 4,8 Tonnen Münzen kamen in Berlin zusammen, insgesamt wogen die Container 13 Tonnen mit zehn Millionen Münzen. Wert: 50 000 Euro. Wir sagen Danke – und: weitermachen!

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