Berlin : Trinkwasser in Berlin ist schon jetzt teurer als in anderen Städten

In München oder Köln zahlen die Bürger weniger – und der Abstand wird bald noch größer

Sigrid Kneist

Verglichen mit anderen deutschen Großstädten ist in Berlin schon jetzt das Trinkwasser teuer. Wenn ab Mitte des Jahres der Senat noch, wie berichtet, eine Konzessionsabgabe von den Berliner Wasserbetrieben fordert, wird sich der Unterschied zu Städten wie München oder Köln, wo die Wasserpreise besonders niedrig sind, noch vergrößern. 68 Millionen Euro jährlich sollen die Wasserbetriebe künftig als Abgabe an den Senat zahlen. Diese Mehrkosten werden sie zum großen Teil an den Kunden weitergeben. Wie hoch die Preissteigerung genau ausfallen wird, lässt sich nach Auskunft von Christoph Lang, Sprecher der Senatswirtschaftsverwaltung, derzeit nicht sagen. Die gestern veröffentlichte Berechnung von 18 Prozent Steigerung sei lediglich ein Modellbeispiel, wie eine Erhöhung aussehen könnte. Denkbar sei auch eine Staffelung der Preise in einen festen Grundbetrag und in einen Arbeitspreis nach verbrauchten Kubikmeter Wasser. So könne eine Preiserhöhung differenzierter gestaltet werden.

Anders als in den meisten deutschen Städten wird in Berlin der Wasserpreis lediglich nach Verbrauch abgerechnet. Der Kubikmeter (1000 Liter) kostet derzeit inklusive Mehrwertsteuer 1,88 Euro. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 46 Litern zahlt man pro Kopf rund 86,50 Euro für sein Trinkwasser. In München liegt der Preis pro Kubikmeter Wasser bei 1,23 Euro, hinzu kommt noch ein Grundpreis in Höhe von durchschnittlich rund 13 Euro jährlich. Köln beispielsweise erhebt pro Kubikmeter einen Preis von 1,47 Euro bei einem Grundpreis von 11,50 Euro jährlich. In beiden Städten ist somit der Wasserpreis bedeutend niedriger als in Berlin.

Die Berliner Wasserbetriebe haben für verschiedene deutsche Städte eine vergleichende Modellrechnung für eine 2,5-köpfige Familie mit einem Verbrauch von jährlich 113 Kubikmeter Wasser aufgestellt. In Berlin zahlt man dafür bisher 213,08 Euro, in München 151,46 Euro, in Köln 177,99 Euro und in Hamburg 203,32 Euro. Am teuersten ist das Wasser in Mainz (309,30 Euro) und in Stuttgart (321,99 Euro).

Die hiesigen Wasserpreise relativieren sich aber, wenn man auch die Gebühren für das Abwasser dazuzählt, so dass die Stadt beim Gesamtpreis für Wasserversorgung und -entsorgung einen mittleren Platz belegt. Die Abwassergebühr fällt hier nämlich im Vergleich relativ moderat aus. 1,97 Euro werden hier für einen Kubikmeter fällig. Während Köln zwar günstiges Trinkwasser hat, müssen dort fürs Abwasser 2,40 Euro bezahlt werden. In Hamburg schlägt ein Kubikmeter Abwasser mit 2,58 Euro zu Buche. In Mainz wiederum ist es genau umgekehrt. Teures Trinkwasser, aber günstige Entsorgung (1,10 Euro pro Kubikmeter). Am teuersten ist die Entwässerung nach den Berechnungen der Wasserbetriebe aber in Berlins Nachbarstadt Potsdam: Hier werden 3,02 Euro pro Kubikmeter Abwasser verlangt.

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