Trittbrettfahrer zur Kasse bitten? : Contra: Klage statt Rechnung

Werner van Bebber

Politiker tun gerne so, als könnte man Leuten mit den Folgekosten für einen Polizei-Einsatz Angst machen. Doch abgesehen vom Auto-Abschleppen dürften die Fälle rar sein, in denen die Polizei eine Rechnung präsentiert – und sie bezahlt bekommt. Was der Innensenator angekündigt hat , wirkt nur auf den ersten Blick wie eine kühle Drohung. Auf den zweiten Blick dürften schlichte strafrechtliche Maßnahmen effektiver sein. Der Trittbrettfahrer ist (manche Leute sind da ganz sicher) ein bürgerliches Mittelstandsbübchen, das mal Macht fühlen und anderen Angst machen will.

Wenn das Klischee stimmt, dürfte auch zutreffen, dass Mama und Oma genau wissen: „Er hat es doch nicht so gemeint. Nehmen wir ihm die Rechnung über 8266 Euro für den Einsatz des Spezialeinsatzkommandos und die sieben Telefonabhörmaßnahmen ab.“ Wenn aber der Trittbrettfahrer ein hasserfüllter Angehöriger des Prekariats ist, der Angst machen und Macht fühlen will: Dann leistet er in Anbetracht der Rechnung seinen Offenbarungseid, und das war es. Trittbrettfahrer sind verklemmte, feige Typen. Gegen solche Leute hilft nur die Konfrontation mit einer strammen Anklage mit allem darin, was das Strafgesetzbuch hergibt, der Begegnung mit dem Staatsanwalt und dem Gericht. Das macht mehr Eindruck als jede Rechnung.

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