Trittbrettfahrer zur Kasse bitten? : Pro: Geldstrafe schreckt ab

Ulrich Zawatka-Gerlach

Die Androhung, kräftig zur Kasse gebeten zu werden, wenn man sich ordnungs- oder gesetzeswidrig verhält, ist immer ein starkes Mittel. Es steht auch nicht im Widerspruch zur strafrechtlichen Verfolgung, sondern schreckt zusätzlich ab. Ein Supermarkt darf dem erwischten Ladendieb nicht nur eine Strafanzeige verpassen, sondern auch eine „Aufwandsentschädigung“ von 50 Euro aufbrummen. Warum sollte sich also die Polizei zurückhalten, wenn ein Trittbrettfahrer mit einem Amoklauf droht? Selbst bei einem kleineren Ermittlungseinsatz, um den kriminellen Wichtigtuer zu finden, entstehen hohe Kosten, und es gibt überhaupt keinen Grund, in jedem Einzelfall tausende Euro den Steuerzahlern anzulasten.

Und wenn es sich um Jugendliche handelt, die noch nicht volljährig sind, müssen eben die Eltern zahlen. Ein wirksamer Denkzettel, der vielleicht hilft, sich um das eigene Kind und dessen beschädigte Gefühlswelt mal wieder mehr zu kümmern. Die Androhung eines Amoklaufs ist kein schlechter Scherz. Wer so etwas macht, dem muss sofort die Rechnung präsentiert werden, damit ein zweiter Versuch unterbleibt. Sollte es notwendig sein, dafür ein Gesetz oder eine Gebührenordnung zu ändern, dann sollte dies jetzt geschehen. Eine breite politische Mehrheit wird sich dafür finden.

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