Trödel-Anekdoten : Geliebte Flohmarkt-Fundstücke

Der Flohmarkt an der Straße des 17. Juni feiert seinen 40. Geburtstag. Lesen Sie hier Anekdoten von Tagesspiegel-Redakteuren über eine Ur-Berliner Emaille-Brotschale, ein ganz besonderes Fotoalbum, einen viel zu großen Schrank - und die Tricks eines Verkäufers.

Viele Schätze gibt es auf diesem Flohmarkt zu entdecken.
Viele Schätze gibt es auf diesem Flohmarkt zu entdecken.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Mag sein, es gibt schönere Kleiderschränke. Praktisch ist er eigentlich auch nicht. Weil die Jacken und Mäntel nicht nebeneinander, sondern hintereinander hängen. Und eigentlich war er auch immer zu mächtig in unserem winzigen Flur. Warum ich mich also nicht schon längst von ihm getrennt habe? Weil dieser Schrank meine Erinnerung an die Achtziger birgt, an den 17. Juni, der eine Verheißung war für eine mittellose Studentin, die nach Berlin kam und ihre Kleider nicht an einen Haken hängen wollte, wo sie nur verstaubten wie die Orte, an denen sie zuvor gelebt hatte.  Ikea öffnete zu dieser Zeit sein erstes Haus in Berlin – aber dort einkaufen? Ausgeschlossen. Bücher, Besteck, Tassen, Spiegel, Platten wurden damals auf dem Flohmarkt erworben. Und heute: macht sich der Schrank in der üppigen Diele der neuen Wohnung ganz prima. Wenn wir bald wieder ausziehen müssen, braucht es dringend eine Wohnung mit einem großen Flur.

Patricia Wolf

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