Berlin : Tropfenweise

Andreas Conrad

hat auch bei Dauerregen Appetit Von der Grünen Woche früherer Jahrzehnte schwärmen ältere West-Berliner noch heute: überall Proben der leckersten Köstlichkeiten, das Messegelände ein Schlaraffenland, „all you can eat“ aus Prinzip. Das gibt es kaum noch, aber die Erinnerung an die ausgiebige Gratisschlemmerei sollte die Veranstalter eines „Umsonst und draußen“-Gastmahls doch mutiger stimmen als es die Organisatoren des großen Bio-Frühstücks auf dem Schlossplatz gestern waren. Dachten die doch allen Ernstes kurz vor Eintreffen der ersten Gäste daran, die Töpfe wegzuräumen. Weil es goss! Weil dann ja keiner anrücke! Ja, wo kommen die eigentlich her? Garantiert nicht aus Berlin. Der Stadt, in der schon taubeneiergroße Hagelkörner vom Himmel stürzen müssen, bevor man etwas Kostenloses verkommen lässt. Zum Glück hatten die Öko-Wirte ein Einsehen, der Regen verzog sich, aber die Speisung der 6000 hätte garantiert auch bei Wolkenbruch stattfinden können. Erwartet hatte man 4000 – bei Sonnenschein. Allerdings: Ist Regen nicht das Natürlichste der Welt, gewissermaßen Bio pur? Seinetwegen sollte ein Öko-Mahl verschoben werden? Kuriose Idee.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar