Trotz Denkmalschutz' : Teilabriss des Gleimtunnels vorgeschlagen

Der denkmalgeschützte Gleimtunnel am Mauerpark in Mitte könnte teilweise abgerissen werden. So ließe sich Platz für eine Straße schaffen, die die nördlich von der Gleimstraße geplanten Wohnbauten erschließen kann.

Klaus Kurpjuweit

Diese von den Freunden des Mauerparks vorgeschlagene Variante finde er interessant, sagte Mittes Stadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), am Montag im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Auf dem Gleimtunnel im ehemaligen Grenzbereich lagen einst Bahngleise, die zum damaligen Nordbahnhof führten. Das stählerne Brückenbauwerk, das von 80 Gusssäulen getragen wird, ist etwa 130 Meter lang.

Der Teilabriss wird erwogen, damit das Immobilienunternehmen Vivico im Norden Wohnbauten errichten kann. Im Gegenzug will Vivico dann südlich am Mauerpark entlang die vorgesehene Bebauung reduzieren. Ganz darauf verzichten und das gesamte Gebiet dem Mauerpark zuschlagen, könne man sich nicht leisten, sagte der Berliner Vivico-Chef Henrik Thomsen. Die österreichischen Eigentümer von Vivico hätten für den Kauf der Gesellschaft vom Bund rund eine Milliarde Euro gezahlt. Dafür habe man keine Frei-, sondern Bauflächen erworben.

Während für den Häuserbau im Norden der Flächennutzungsplan geändert werden müsste, ist es im Südabschnitt strittig. Gothe hält es für nicht nötig. Anders sieht es der Ausschussvorsitzende Thomas Flierl (Linke). Er will verhindern, dass im Südbereich Häuser gebaut werden, die nach Gothes Angaben sechsgeschossig werden sollen.

Der Mauerpark muss im nächsten Jahr um mindestens zwei Hektar erweitert werden. Sonst kann die Allianz-Stiftung, die den Ausbau des früheren Grenzstreifens zur Grünanlage gefördert hat, ihren Millionenzuschuss zurückfordern.

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