Berlin : Trotz Strieders Versprechen: Brandenburger Tor wird gesperrt

NAME

Von heute an wird es bis Mitte September deutlich ruhiger auf dem Pariser Platz sein, und die Fußgänger können sich freuen. Denn der Durchgangsverkehr ist spätestens ab 15 Uhr ausgesperrt. Nur Anlieger dürfen dann in den kommenden Monaten noch eine Runde drehen. Die Sperrung wird mit den Fundamentarbeiten am Brandenburger Tor und der neuen Pflasterung begründet. Autofahrer, vor allem auch Busse, müssen aus Richtung Unter den Linden entweder rechts über die Wilhelm- und Dorotheenstraße ausweichen – was den Anlieger Bundestag gar nicht erfreut – oder links über Wilhelm- oder Voßstraße zur Ebertstraße gelangen. Auf jeden Fall dürfte es zu größeren Staus kommen. Für Fußgänger aber wird das Berliner Wahrzeichen geöffnet bleiben.

„Der Ost-West-Durchgangsverkehr am Brandenburger Tor soll ständig gewährleistet sein“, hatte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder versichert. Aber das war im vergangenen Juli, als er den Start für die Pflasterarbeiten gab. „Es tut mir Leid“, sagte Strieder gestern, mit der Information sei es nicht gut gelaufen. Die private Stiftung Denkmalschutz Berlin, die das Brandenburger Tor saniert, habe den Antrag gestellt, das Bauwerk zu sperren, weil die Fundamentplatte des Tores, durch die alte Entwässerungsleitungen laufen, repariert werden müsse. Das Problem sei, die Leitungen vom Fundament zu entfernen und die Lücken zu verfüllen. So können die Vibrationen auf das Tor, die zu Rissen geführt hätten, vermieden werden. Eine Sperrung erscheine logisch, teilte die Stiftung mit, Anfang März habe man die Senatsverwaltung gefragt, wann das Tor gesperrt werden könne, und gebeten, frühzeitig die Öffentlichkeit zu informieren.

Die Pflasterung sei nicht so einfach bei laufendem Autoverkehr zu bewerkstelligen, wie man sich das zunächst vorgestellt habe, sagte Strieders Sprecherin Petra Reetz. Besonders die Querornte müssten passen, eine Verkehrssperrung erleichtere die Arbeiten. Hinzu kämen nun aber auch die unausweichlichen Arbeiten am Fundament, weshalb man das Erdreich aufgraben müsse. Im Übrigen sei man immer davon ausgegangen, das Brandenburger Tor zu irgendeinem Zeitpunkt zu schließen. Die Arbeiten hätten sich notfalls auch bei Durchgangsverkehr erledigen lassen, doch zöge sich der Terminplan dann in die Länge und es bestünde die Gefahr, dass immer noch auf der Straße gebaut werden müsse, wenn schon zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober die Hüllen vom Brandenburger Tor gefallen seien.

Auch die Fundamentsanierung wird von der Stiftung Denkmalschutz bezahlt und über Sponsorengelder (Hauptgeldgeber ist die Telekom) finanziert. Strieder kündigte gestern an, dass auch an der Quadriga gearbeitet werde, was die Stiftung nicht bestätigen konnte. Sie berichtete wiederum über ein Beleuchtungskonzept, das in der Senatsverwaltung für das Brandenburger Tor entwickelt worden sei. An der Detailplanung werde noch gearbeitet. Offenbar geht es um Licht an den Säulen. Die Behörde äußerte sich dazu nicht.C. v. L.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben