• Trotz Unschuld droht Kaufmann neuer Ärger Vorwürfe gegen den Schauspieler wegen Betruges und Verdächtigung

Berlin : Trotz Unschuld droht Kaufmann neuer Ärger Vorwürfe gegen den Schauspieler wegen Betruges und Verdächtigung

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Dem offensichtlich unschuldig im Gefängnis sitzenden Berliner Schauspieler Günther Kaufmann drohen neue Prozesse. Für den Fall, dass er den Münchener Steuerberater Hartmut Hagen doch nicht getötet hat, will die Staatsanwaltschaft zwei schon zu den Akten gelegte Verfahren neu aufrollen – der Schauspieler muss also auch trotz seines falschen Geständnisses mit Gefängnisstrafen rechnen. Wie berichtet, hatte die Polizei in der vergangenen Woche drei Berliner festgenommen, die jetzt gestanden haben, den Steuerberater im Februar 2001 getötet zu haben. Schauspieler Kaufmann („Berlin Alexanderplatz“ und viele weitere FassbinderFilme) sei nicht dabei gewesen, sagten die drei vorbestraften Kriminellen unabhängig voneinander aus. Diese Geständnisse brachten die Wende in einem der bizarrsten Prozesse nach dem Krieg.

Der 54-jährige Kaufmann hatte nach Angaben seines Anwaltes Stefan Ufer ein falsches Geständnis abgelegt, weil er seine Frau schützen wollte und weil er zudem Angst vor dem Urteil „lebenslang“ hatte. So tischte er den Richtern das Märchen auf, dass er seinen Freund im Affekt erstickt habe. Wie der Münchener Oberstaatsanwalt Peter Boie dem Tagesspiegel sagte, sei „Schweigen und Lügen nicht strafbar“ – mit seinem falschen Geständnis hat sich Kaufmanns also nicht strafbar gemacht.

Dafür droht dem in Dutzenden von „Tatort“- und „Derrick“-Folgen aufgetretenen Berliner ein Verfahren wegen Betruges und eines wegen schwerer Freiheitsberaubung und falscher Verdächtigung. Betrug, weil er mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Alexandra seinen Steuerberater um 400 000 Euro erleichtert hatte. Und Freiheitsberaubung, weil er zu Beginn des Prozesses zwei ihm bekannte Münchener Kriminelle bei der Tötung Hagens benannt hatte. Die beiden waren jedoch unschuldig, saßen wegen dieser falschen Verdächtigung wochenlang in Untersuchungshaft. Ha

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