TRÜBES WETTER : Geraten die Tretboote jetzt in Seenot?

Anruf bei Rainer Polauke, 62, Betreiber des Bootverleihs Rent’a’Boat im Treptower Park.

Seine 45 Tretboote, 9 Paddelboote, 6 Ruderboote und 2 Motorboote sind eher wenig in Bewegung.

Herr Polauke, denken Sie darüber nach, den Job zu wechseln?

Nee, warum sollte ich?

Na, weil Ihnen das Geschäft gerade völlig verregnet!

Ach, man darf doch im Leben nicht gleich bei allem verzweifeln.

Haben Sie jetzt den ganzen Tag Zeit zum Kaffeetrinken und Faulenzen?

Nee, nee, das wäre schön. Im Büro und in der Werkstatt ist immer was zu tun. Na ja, ein bisschen mehr Freizeit habe ich schon. Statt wie sonst um 22 Uhr mache ich jetzt schon mal vor 18 Uhr dicht. Fast die Hälfte der Tage kommt keiner.

Ist das die bisher verheerendste Bilanz?

Schlimmer war nur mein allererstes Jahr 1986. Der Sommer war katastrophal, von hundert Tagen waren achtzig völlig verregnet. Da konnte ich meinen Betrieb nur barfuß betreten, weil alles unter Wasser stand.

Könnte man die Boote nicht wetterfest machen?

Das wäre zu teuer und würde außerdem nicht viel bringen. Die Gäste bleiben bei schlechtem Wetter eh zu Hause und die ganz Hartgesottenen kommen auch bei Regen. Meistens sind das Familien: „Ihr habt es doch versprochen!“, lautet das Argument der Kinder. Die lassen sich vom Wetter nicht abschrecken.

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