Berlin : Truppe denkt nicht an Abzug

Alliierten-Darsteller bleiben am Checkpoint Charlie

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Das Fronttheater findet kein Ende. Der Streit zwischen der Leiterin des Mauermuseums und den Darstellern der Schauspielschule Ernst Busch, die am Checkpoint Charlie in AlliiertenUniformen posieren, geht weiter.

Senat und Bezirksamt hatten der Museumsleiterin Alexandra Hildebrandt untersagt, das Wachhäuschen aus Protest gegen die Soldatendarsteller mit einer Plane zu verhängen. Dafür sollten die Schauspieler nicht mehr direkt am Wachhäuschen oder auf der Fahrbahn stehen, um sich von Touristen gegen Geld fotografieren zu lassen. Allerdings stehen sie noch immer direkt neben dem Häuschen.

Das wird sich erst im September ändern. Dann soll die Verkehrsinsel mit dem Wachhäuschen einen Zebrastreifen erhalten, und auf einer solchen Querungshilfe darf niemand ein Gewerbe betreiben. Im Juni hatten Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Franz Schulz und Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer den Umbau vorgeschlagen, um den Streit zu beenden. Jetzt würden die Auswirkungen auf den Verkehr geprüft, sagte Petra Rohland, Sprecherin der Senatsbauverwaltung.

Wenn der Überweg da ist, dürfen sich die Schauspieler nur noch auf dem Bürgersteig aufstellen. Das Geschäft laufe schlechter, sagte Tom Luszeit (31), gekleidet in einer historischen amerikanischen Uniform. Bleiben wollen sie vorerst trotzdem, obwohl ihm die Aussicht auf den Überweg nicht gefällt. Auch Alexandra Hildebrandt ist nicht glücklich über den geplanten Zebrastreifen. chr

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