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TU Berlin : Petition zum Erhalt des Gebetsraums hat keinen Erfolg

Die TU weicht nicht von ihrem Plan ab, den Gebetsraum zu schließen. Ein Gespräch mit muslimischen Vereinen am Donnerstag blieb ergebnislos.

Sandra Daßler, Christian Vooren, Susanne Romanowski
Auf und zu. Während die TU Berlin ihren Gebetsraum schließt, öffnet die Uni Köln einen Raum der Stille.
Auf und zu. Während die TU Berlin ihren Gebetsraum schließt, öffnet die Uni Köln einen Raum der Stille.Foto: Bodo Schackow/dpa

Die TU Berlin bleibt bei ihrem Entschluss, den Gebetsraum für Muslime zu schließen. Am Donnerstag hatte sich TU-Präsident Christian Thompsen mit Vertretern muslimischer Hochschulverbände getroffen, um über die Entscheidung zu sprechen. Das Gespräch war schon vor einigen Wochen angekündigt worden, nachdem die Vereine eine Petition gegen die Schließung gestartet hatten.

An der Entscheidung der TU hat das Treffen nichts ändern können. Diese wird auch unter Muslimen strittig diskutiert. Man müsse nicht unbedingt einen Gebetsraum haben, sagen einige und stimmen dem TU-Präsidenten zu, der darauf verweist, dass es genügend Moscheen in Berlin gebe.

Die Studentenvereine sind enttäuscht von der Entscheidung

Auch ein Raum der Stille ist nun endgültig vom Tisch. Das hatte Thomsen bereits im Vorfeld gegenüber dem Tagesspiegel angekündigt, da eine vergleichbare Einrichtung in Dortmund in der Vergangenheit gescheitert war und schließlich eingestellt wurde. Beim jüngsten Gespräch kam die Frage danach gar nicht mehr auf. Die muslimische Studentenvereinigung an der TU Berlin zeigte sich in einer Pressemitteilung enttäuscht von der harten Linie:

"Das Treffen hatte von unserer Seite aus das Ziel, einen Dialog mit der Universitätsleitung zu etablieren, um eine langfristige und akzeptable Lösung im Sinne der Universität und der beinahe 600 Unterzeichner zu finden. Leider hat die Universitätsleitung jedwede Bereitschaft zu einem Kompromiss ausgeschlossen und hat abseits der Zusicherung einer langfristigen Kommunikation kein Interesse an einer weiteren Kooperation bekundet."

Nach Angaben der TU wolle man sich am Ende des Sommersemesters noch einmal zusammensetzen. Unterdessen hat die Uni Köln einen anderen Weg eingeschlagen, sie hat gerade einen Raum der Stille eröffnet, der bereits seit drei Jahren geplant war.

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