Berlin : TU fährt auf Semesterticket ab

Was lange währte, wird jetzt zumindest an der Technischen Universität gut: Die etwa 26 000 Studenten können vom nächsten Jahr an besonders günstig mit Bahnen und Bussen fahren. Für 109 Euro (213 Mark) pro Semester dürfen sie vom 1. April an alle Bahnen und Busse im Tarifgebiet ABC des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg nutzen. Gestern wurde der Vertrag für das Semesterticket an der TU unterschrieben, nachdem sich bei einer Urabstimmung fast 87 Prozent für das Ticket ausgesprochen hatten. Zahlen müssen alle Studenten, egal, ob sie das Angebot nutzen oder nicht.

Die letzte Hürde vor der Einführung war durch eine Änderung des Hochschulgesetzes aus dem Weg geräumt worden. Danach können die Studentenschaften einen Zuschlag erheben und damit einen Sozialfonds für einkommensschwache Studenten bilden. Außerdem wurde die vorher geltende Vollbefreiung durch abgestufte Regelungen ersetzt. Der Zuschlag für den Fonds beträgt 1,80 Euro.

Vor allem die BVG hatte sich lange gegen das von den Studenten vorgelegte Modell des Semestertickets gewehrt. Die BVG wollte ursprünglich 265 Mark verlangen, was den Studentenvertretern zu hoch war. Sie sahen die Grenze bei 215 Mark. Der Preis soll jetzt nach einem Jahr überprüft werden. Außerdem wollte die BVG den Geltungsbereich aufs Stadtgebiet beschränken. Zudem sah sie im Semesterticket eine Ungleichbehandlung gegenüber den Schülern.

Für Schüler wurde zwar im vergangenen August der Preis auf monatlich 45 Mark und für Geschwister auf 30 Mark gesenkt, doch für ein halbes Jahr kommen immer noch 270 Mark beziehungsweise 180 Mark zusammen. Die Grünen hatten in den gescheiterten Koalitionsverhandlungen deshalb weitere Preissenkungen für Schüler gefordert.

An der FU mit rund 32 000 Studenten ist die Urabstimmung für Januar vorgesehen, an der Humboldt-Universität mit etwa 30 000 Studenten gibt es noch keinen Termin. Eingeführt ist das Ticket bereits an der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Dafür ausgesprochen hat sich auch die Technische Fachhochschule. kt

Frankfurt (rtr). Der Reifenkonzern und Autozulieferer Continental rutscht 2001 erstmals seit zehn Jahren wieder in die roten Zahlen. Aufgrund von Überkapazitäten sollen zwei Werke in Europa geschlossen werden. Die Kosten für die geplanten Maßnahmen würden die Bilanz für 2001 zusätzlich belasten, sagte Konzernchef Manfred Wennemer am Donnerstag in Frankfurt. Für die für Juli 2002 vorgesehene Schließung der Reifenproduktion im österreichischen Traiskirchen seien 70 Millionen Euro Rückstellungen für einen Sozialplan gebildet worden. Von dieser Schließung seien zunächst etwa 950 Arbeitsplätze betroffen.

In Kürze folge die Entscheidung über die Schließung eines weiteren Pkw-Reifenwerkes, sagte Wennemer weiter. Welcher Standort das sein werde, stehe noch nicht fest. Angaben aus Konzernkreisen, dass auch das schwedische Werk in Gislaved mit knapp 800 Beschäftigten zur Disposition stehe, wollte Wennemer nicht bestätigen. Die Anpassungen der Kapazität seien aufgrund der konjunkturell bedingten Marktschwierigkeiten nötig. Conti sei mit diesen Maßnahmen für 2002 gerüstet, bereits wieder eine Bilanz auf dem Niveau von 2000 vorzulegen. Die Conti-Aktie stieg nach den Ankündigungen.

Die in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" genannten Pläne für einen Abbau von insgesamt 4000 Arbeitsplätzen dementierte Wennemer. Diese Zahl sei deutlich zu hoch. Betroffen seien vor allem Standorte außerhalb Deutschlands. Im Inland werde es im kommenden Jahr allerdings bei der von DaimlerChrysler mehrheitlich übernommen Elektronik-Tochter Temic "im geringen Umfang" zu Arbeitsplatzverlusten kommen.

Auch für den Bereich Nordamerika und Mexiko, wo Conti sechs Reifenwerke betreibt, wollte Wennemer Werkschließungen aufgrund der gesunkenen Nachfrage nicht ausschließen. Berichte über eine geplante Schließung im mexikanischen Guadalajara seinen jedoch falsch.

Für 2002 erwarte Conti ein Umsatzplus zwischen drei und sechs Prozent, sagte Wennemer. Das operative Ergebnis (Ebit) soll den Wert von 2000 von 432 Millionen Euro erreichen. Auch der Gewinn wird auf dem Niveau von 2000 bei etwa 205 Millionen Euro erwartet. Die Gesamtsumme 2001 für Restrukturierungen liege mit den jetzt genannten 70 Millionen Euro inzwischen bei insgesamt 170 Millionen Euro.

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