Türkisch-Kurdischer Konflikt : Schulterklopfen nach der Hochsicherheitsdemo

Bewacht von 1000 Polizisten demonstrieren rund 600 Kurden für Abdullah Öcalan und Frieden im Nordirak. Sechs Festnahmen und einige beschlagnahmte Waffen und Fahnen sind für Innensenator Körting und Polizeipräsident Glietsch Anlass zur Zufriedenheit.

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"Störungsfrei" verliefen die Demonstrationen am Hermannplatz. -Foto: dpa

Berlin      "Es war eine Demonstration, wie man sie sich vom Ablauf her wünscht," sagte Innensenator Erhart Körting von der SPD im "RBB-Inforadio". Die rund 600 Menschen seien auf die Straße gegangen und hätten von ihrem Versammlungsrecht friedlich Gebrauch gemacht.

Ausschreitungen wie solche, zu denen es vor einer Woche am Kottbuser Tor gekommen war, erklärte Körting mit einer Emotionalisierung der Beteiligten. Den Vorwurf einer fehlgeleiteten Integrationspolitik ließ er nicht gelten. Der Konflikt zwischen der Türkei und den PKK-Rebellen im Nordirak habe mit den in Deutschland lebenden Türken nichts mehr zu tun. "Dazu mag man demonstrieren, aber keine Konflikte machen". Dennoch werde "das Ganze emotionalisiert" - etwa wenn die Menschen Verwandte in der Südtürkei oder in der türkischen Armee hätten.

Sechs Festnahmen und sichergestellte Messer

Polizeipräsident Dieter Glietsch sagte: "Die Verantwortlichen in den türkischen und kurdischen Organisationen haben begriffen, dass Gewalt auf Berliner Straßen ihrer Sache schadet." Er sei sicher, dass sie ihren Einfluss geltend gemacht haben. Das habe auch die Polizei getan, "und zwar wie immer durch gute Gespräche und klare Grenzen für Gewaltbereite". Insgesamt waren die Sicherheitskräfte mit rund 1000 Beamten zum Schutz der Kundgebung im Einsatz.

"Ohne Störungen" sei nach Polizeiangaben die Demonstration zum Thema "Vergiftung an Abdullah Öcalan" verlaufen, teilt die Polizei mit. In Absprache mit der Polizei habe der Veranstalter immer wieder Teilnehmer ausgebremst, die verfasssungsfeindliche Parolen skandierten. Auch wurde die Anzahl der Abbildungen des Kurdenführers Öcalan in Absprache mit der Polizei auf zehn reduziert.

Trotzdem nahmen die Einsatzkräfte auf dem Hermannplatz fünf Personen wegen Verstoßes gegen die Versammlungsfreiheit fest und verhafteten einen weiteren, der als Straftäter vom vergangenen Wochenende wiedererkannt wurde. Darüber hinaus wurden Fahnen, mehrere Messer, Vermummungsgegenstände und Pfefferspray sichergestellt. (mist / mit ddp)  

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