Türkische Medien über die Islamkonferenz : Umstrittener Unterricht

Islamischer Religionsunterricht soll ordentliches Unterrichtsfach werden - das ist das Ergebnis der jünsten Islamkonferenz. Doch wieder gibt es Streit. Ein Blick in die türkischen Medien.

Suzan Gülfirat

Am vergangen Donnerstag haben sich die Teilnehmer der Islamkonferenz darauf verständigt, dass islamischer Religionsunterricht ordentliches Unterrichtsfach werden soll. Und wieder gab es vor und nach der Konferenz Streit. Alle türkischen Zeitungen berichteten am Freitag darüber – und hoben besonders den strittigen Punkt hervor, dass Aleviten, Sunniten und säkulare Türken sich nicht einig sind, wer den Unterricht abhalten soll.

Zwei Zeitungen kommentierten das Thema beziehungsweise veröffentlichten die Meinung von Gastautoren, wie zum Beispiel die „Sabah“, die eine Meinung des Vorsitzenden der „Stiftung für Demokratie in Europa“, Aydin Yardimci, veröffentlichte – der allerdings kein Teilnehmer ist. „Das Ergebnis der Konferenz ist unbefriedigend“, hieß es in der Überschrift. Im Text kritisierte Yardimci Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der hatte auf der Konferenz gesagt, die muslimischen Organisationen müssten sich so vereinigen, dass sie – wie die katholische und protestantische Kirche – als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt werden können. Aydin Yardimci entgegnete, dass selbst die Teilnehmer der Konferenz nicht alle Muslime vertreten würden. Viele seien in keiner Vereinigung vertreten. Die Aufgabe den Muslimen selbst zu überlassen, würde nur die Diskussion zwischen den religiösen und politischen Vereinigungen anheizen.

Auch der Kolumnist der „Hürriyet“, Ahmet Külahci, konnte der Regierung keine konkreten Ratschläge geben, wie sie die Muslime zufriedenstellen kann. „Die Grundlage für die staatliche Anerkennung müssen die Muslime selbst schaffen, aber den Weg dahin sollte die Regierung ebnen“, meinte er. Die Überschrift dazu: „Wer Ansprechpartner sucht, findet welche.“ Suzan Gülfirat

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