Berlin : Türkiyemspor tritt doch beim CDU-nahen Turnier an

André Görke

Türkiyemspor tritt entgegen ersten Ankündigungen doch beim heutigen Fußball-Turnier des Deutsch-Türkischen Forums (DTF) der CDU in der Schöneberger Sporthalle an. Unter dem Motto "Sport verbindet Kulturen" (Beginn 14 Uhr 30) nehmen fünf türkische, ein kroatischer, ein jüdischer und drei weitere Vereine teil. Anfang der Woche hatte Türkiyemspor-Geschäftsführer Veysel Sayilgan noch mit harschen Worten abgesagt.

"Da die CDU durch zahlreiche politische Entscheidungen eine nicht unwesentlichen Anteil an der in Deutschland vorhandenen Ausländerfeindlichkeit hat (Visa-Zwang, Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft)", schrieb Sayilgan in einer Pressemitteilung "sind wir nicht bereit, uns für eine Image-Verbesserung dieser Partei zur Verfügung zu stellen. Die Menschen werden mit Liebe geboren und zu Hass erzogen." Wie Türkiyemspor-Präsidenten Senol Akkaya gestern dem Tagesspiegel sagte, handelte der Geschäftsführer im Alleingang.

Auch Veranstalter Celil Semman vom DTF der CDU sagte nach Rücksprache mit dem Verein: "Das war eine Aktion einer Einzelperson, die sich in der Öffentlichkeit präsentieren wollte." Er selbst habe den Brief erst am Abend und somit später als die Presse in die Hände bekommen. "In der CDU gibt es keine ausländerfeindlichen Parolen, Argumente oder Beschlüsse", so der Kommentar zu den Anschuldigungen. Der Geschäftsführer habe sich auch nur an die Medien gewandt, "bei denen er auch Gehör findet". Die türkische Zeitung "Hürriyet" und ein türkischer Radio-Sender dementierten den Rückzug bereits. Auch Präsident Akkaya ist nicht begeistert vom Auftritt seines Geschäftsführers. "Ich habe ihn zurückgepfiffen. Seine politische Meinung gehört nicht in die Öffentlichkeit." Zufrieden ist er mit der Politik dennoch nicht. "Alle Parteien treten vor den Wahlen mit unserem Namen in die Öffentlichkeit", danach passiere aber nichts mehr. Auch wenn er die Ausländerpolitik der CDU ablehne, gesteht Akkaya der Partei etwas zu, was derzeit nur wenige denken: "Die sind wenigstens ehrlich."

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