Berlin : Tunneleffekt

Bernd Matthies

hält die Software für die Wurzel einfach allen Übels Für den Laien ist ein Tunnel eine einfache Sache: Man fährt vorn rein und hinten wieder raus, sofern nicht drinnen irgendwas in die Quere kommt. Insofern wäre es kein Problem, den Tiergartentunnel nun allmählich aufzumachen, wäre da nicht die Software, die nicht rechtzeitig fertig geworden ist. Verlangen Sie jetzt hier keine Erläuterung. Nur so viel: Als das Autobahn–Mautsystem seinerzeit starten sollte, hieß es auch, die Software habe noch Mängel. Nur noch ein paar Wochen! Was daraus wurde, wissen wir ja.

Es ist immer die Software. Entweder hat sie Fehler, oder sie ist gar nicht da, und das ist auch nicht besser: Früher zum Beispiel hat der Calgon-Experte verkalkte Schläuche einfach aus der Waschmaschine gezogen, heute schließt er missmutig einen Computer an und teilt mit, diese alte Gurke da habe ja noch nicht mal ein Prüfprogramm, da könne er sowieso nichts machen.

Was den Tunnel betrifft: Gestern hat es am Hamburger Elbtunnel einen riesigen Stau gegeben, weil der Computer des Leitsystems abgestürzt war. Nur, damit es später nicht heißt, es habe niemand Berlin rechtzeitig gewarnt.

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