Berlin : Tusma und Heinzelmännchen: Wer nur deutsche Arbeiter sucht, bekommt gar keine

sik

Offen ausländerfeindliche Arbeitgeber werden bei der Studentenarbeitsvermittlung Tusma künftig an einen besonderen Anschluss weitergeleitet: Sie landen bei der "Menschenhandels Ge eM Be Ha". An diesem Anschluss hängt ein Anrufbeantworter, über den "besonders konfektionierte Menschen" angeboten werden. "Wir wollen mal sehen, wer da dann noch draufspricht", sagt der Tusma-Vorstandsvorsitzende Ralf Kleveman.

Hinter dieser Aktion der Tusma verbirgt sich ein ernstes Problem. Immer wieder gibt es Arbeitgeber - private wie gewerbliche -, die lediglich einen deutschen Studenten beschäftigen möchten. Zudem habe in letzter Zeit das Phänomen des "En-Passant-Rassismus" stark zugenommen, sagt Kleveman. "Da sagen die Arbeitgeber dann beispielsweise, sie persönlich hätten ja nichts gegen Ausländer oder Schwarze, aber die Kunden würden diese nicht tolerieren." Bei der Tusma ebenso wie bei der zweiten Studenten-Agentur Heinzelmännchen, die pro Jahr zusammen zwischen 100 000 und 150 000 Studenten vermitteln, werden derartige Aufträge, die ausländische Studenten ausschließen sollen, nicht entgegengenommen. Dies gilt auch bei der Vermittlung von Weihnachtsmännern.

Wenn sich bei der Tusma Arbeitgeber ganz offensichtlich als rassistisch zu erkennen geben, dann werden sie von Vermittlungen ausgeschlossen und auf einer Liste entsprechend vermerkt. Auch bei den Heinzelmännchen werden Arbeitgeber gesperrt, die einen ausländischen Studenten, der bei ihnen seine Arbeit antreten will, wieder wegschicken. Anders als bei der Tusma hat man jedoch bei den Heinzelmännchen nicht den Eindruck, dass es eine Häufung von rassistischen Vorfällen in jüngster Zeit gab.

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