TV-Fahndung : Neue Hinweise auf Buckower Todesschützen

Wer hat Burak Bektas getötet? Nach der Fahndung in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ erhielt die Polizei mehrere neue Hinweise. In den nächsten Tagen könnte sich zeigen, ob der entscheidende Tipp darunter war.

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Erinnerungsfoto. Freunde halten ein Bild des Getöten in die Kamera.
Erinnerungsfoto. Freunde halten ein Bild des Getöten in die Kamera.Foto: dpa

Der Mord an dem 22-jährigen Burak Bektas beschäftigt die Fahnder der Mordkommission seit mittlerweile zehn Monaten. Von dem Täter fehlt immer noch jede Spur. Die Kripo setzte nun auf die Fahndung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ und hofft, dass über die Zuschauer ein entscheidender Hinweis kommt. Am Mittwochabend war der Fall Thema in der Sendung und bereits unmittelbar danach gab es fünf neue Hinweise.

Ob einer davon zum Erfolg führt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen, der Fall blieb für die Ermittler bislang ein Rätsel: Es war die Nacht zum 5. April vorigen Jahres, Gründonnerstag, als Burak Bektas mit vier Freunden vor einem Haus an der Rudower Straße 51 im Neuköllner Ortsteil Buckow plauderte. Kurz nach Mitternacht stand plötzlich ein Unbekannter mit einem Kapuzenpullover vor ihnen. Wortlos zückte er eine Waffe und schoss auf die Gruppe junger Männer. Anschließend flüchtet er. Drei aus der Gruppe wurden schwer verletzt ins Krankenhaus Neukölln gebracht und konnten gerettet werden. Doch für Burak Bektas kam jede Hilfe zu spät. Der 22-Jährige starb wenig später bei der Notoperation. Das Tatmotiv ist immer noch völlig unklar. „Es gibt bis heute keine Verbindung zwischen Täter und Opfer“, sagt Annette Milz, Leiterin der zuständigen 6. Mordkommission dem Tagesspiegel. Bislang waren 105 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Auch die hohe Belohnung von 15 000 Euro hat die Ermittler noch nicht auf die richtige Spur geführt. Hinweise auf ein rechtsextremistisches Motiv kann die Polizei aber nicht bestätigen. Es werde aber in alle Richtungen ermittelt.

Eingeladen ins Münchener Fernsehstudio war der Stellvertreter von Annette Milz: Alexander Huebener sollte mit Moderator Rudi Cerne über den Fall sprechen. „Wir erhoffen uns, dass sich ein Zeuge meldet, der etwa weiß, sich bislang aber zurückgehalten hat. Oder einer, der als neuer Zeuge gilt, weil er den Täter erst kürzlich kennengelernt hat“, sagt Annette Milz. Laut Ermittler ist der Täter 40 bis 60 Jahre alt, 1,70 bis 1,80 Meter groß und von normaler Statur. Hinweise nimmt die 6. Mordkommission unter (030) 46 64–91 16 01 entgegen.

Zuletzt hatte es einige spektakuläre Fälle aus der Region gegeben, die in der Sendung „Aktenzeichen XY“ thematisiert wurden. So auch der Anschlag auf eine Unternehmerfamilie im August und Oktober 2011. Rund 100 Hinweise waren eingegangen – doch weiterhin fehlt jede Spur zum Täter. Auch nach dem Mord an den pensionierten Lehrer Manfred Kindel aus Charlottenburg haben die Ermittler auf die Fahndung im Fernsehen gesetzt – ebenfalls bislang ohne Erfolg. Dafür aber konnte eine andere Tat, die in der Sendung gezeigt worden war, geklärt werden: Nach einem Überfall auf ein Ehepaar in einer Charlottenburger Wohnung wurde der mutmaßliche Täter gefasst. Sein Hund, ein Husky, war einem Zeugen aufgefallen.

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