Berlin : TV-"Ulk" im Rathaus: Ämter streiten

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Nach der umstrittenen Vermietung von Amtsräumen für eine Sendung mit versteckter Kamera hat das Schöneberger Bau- und Wohnungsamt die Verantwortung von sich gewiesen. Nach Angaben von Baustadtrat Gerhard Lawrentz (CDU) habe die ihm unterstehende Stelle, die für Vermietungen im Rathaus zuständig ist, einer Anfrage des Standesamtes entsprochen, ohne den Vertrag mit der Fernsehproduktion inhaltlich zu prüfen. Das sei bei Fachräumen, wie dem Trauzimmer oder dem Büro der Bürgermeisterin, so üblich. Er gehe aber davon aus, dass dem Standesamt der Zweck der Dreharbeiten bekannt gewesen sei. Wie berichtet, war ein Paar, das Anfang des Monats im Standesamt sein Aufgebot bestellen wollte, vor laufender Kamera verulkt worden. Der Verlobte sollte mit einer falschen Braut "verheiratet" werden. Die Räume waren einer Kölner Fernsehproduktion für 450 Mark Miete überlassen worden.

Seine Mitarbeiter hätten von der Fernsehproduktion Hampl und Hampl die Information erhalten, die Dreharbeiten seien mit dem Standesamt abgesprochen, sagte der Leiter der Abteilung Verwaltung-Immobilien, Thomas Biermann. Auf Nachfrage habe dieses Amt "grünes Licht" gegeben. "Wir wussten nicht, dass mit versteckter Kamera gedreht wird", sagte er. Laut Biermann werden seit dem Auszug des Abgeordnetenhauses überschüssige Räume regelmäßig für Firmenfeiern, Konferenzen oder Filmaufnahmen vermietet. 1998 seien dafür 700 000 Mark Einnahmen verbucht worden.

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