Berlin : U 5: U-Bahn-Linie muss zurückbleiben

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Die unendliche Geschichte um die Verlängerung der U-Bahn-Linie U 5 vom Alexanderplatz zum Lehrter Bahnhof geht weiter. Auch gestern fasste der Senat keinen Beschluss. Jetzt soll ein Spitzengespräch der Senatoren Wolfgang Branoner (CDU) und Peter Strieder (SPD) mit dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) am Freitag Klarheit schaffen.

Gutachten der BVG

Wolfgang Branoner, der Aufsichtsratsvorsitzender der Verkehrsbetriebe ist, hatte gestern im Senat die Vorlage Strieders mit einem Gutachten der BVG gekontert, wonach die knapp vier Kilometer lange Strecke, von der die Hälfte bereits im Rohbau fast fertig ist, bis zum Jahr 2006 gebaut werden könnte, was Strieder für ausgeschlossen hält. Zudem will Branoner bei dem 1,3-Milliarden-Mark-Projekt vor allem bei der Ausstattung der Bahnhöfe etwa 150 Millionen Mark sparen.

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Bauabschnitte der Linie 5

Gerade die neuen Stationen der U 5 sollten aber architektonische Höhepunkte im Untergrund werden, von namhaften Architekten großzügig und hell gestaltet; auch mit Tageslicht. Würden die Pläne abgespeckt, bliebe von diesem Konzept nicht viel übrig, sagte gestern die Sprecherin der Strieder-Verwaltung, Petra Reetz. An die städtebauliche Einbindung und architektonische Gestaltung der Stationen würden in derart prominenter Lage höchste Anforderungen gestellt, hatte einst der damalige Bausenator Wolfgang Nagel gesagt, als er 1995 die Pläne zum ersten Mal vorstellte.

In den vergangenen Jahren wurden neue Bahnhöfe meist nach den Ideen des damaligen Hausarchitekten der Bauverwaltung, Rainer G. Rümmler, gestaltet. Für die U 5 stammen die Entwürfe von Richard Rogers (Berliner Rathaus), Max Dudler (Spreeinsel), Axel Oestreich (Unter den Linden), Axel Schultes (Reichstag) und Meinhard von Gerkan (Lehrter Bahnhof).

Zweistöckig am Roten Rathaus

Vor dem Roten Rathaus will Strieder die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen lassen. Dort sollen die Fahrgäste später auch zu der geplanten Linie U 3 (Adenauerplatz - Weißensee) umsteigen können. Die Station wird deshalb doppelstöckig - auf der oberen Etage halten die Züge der U 5, die untere Ebene wird vorläufig als Abstellanlage genutzt; die bisherige am Alexanderplatz muss nämlich der Verlängerung weichen.

Einig war sich die Senatsrunde gestern immerhin damit, die U 5 und die Straßenbahn auf der Leipziger Straße nicht zur gleichen Zeit zu bauen. Die Straßenbahn soll 2006 auf der Leipziger Straße bis zum Kulturforum fahren.

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