Berlin : U 55 fährt vom Hauptbahnhof zum Reichstag

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Berlins kürzeste U-Bahn-Linie wird immer kürzer. Auf der Stummel-Linie U 55 will die BVG nun doch von Ende Mai an Züge lediglich vom künftigen Hauptbahnhof bis zum nächsten Bahnhof Reichstag fahren lassen. Beide Stationen liegen exakt 610 Meter auseinander. Der Betrieb wird nach Angaben der BVG pro Jahr rund 600 000 Euro kosten. Erwartet werden täglich etwa 6500 Fahrgäste. Erst 2007 soll die Strecke dann um eine weitere Station bis zum Bahnhof Brandenburger Tor verlängert werden und damit um weitere 758 Meter wachsen.

Nachdem klar geworden war, dass der Bahnhof Brandenburger Tor nicht rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft – sie dauert vom 9. Juni bis zum 9. Juli – fertig werden wird, hatte die BVG überlegt, auch die Betriebsaufnahme auf dem Reststück zu verschieben. Der Bahnhof Reichstag ist vom Schnellbahnnetz völlig isoliert; am Brandenburger Tor entsteht immerhin ein Umsteigebahnhof zur S-Bahn.

Der Betrieb auf der Mini-Stummel-Strecke ist für die Verkehrsexpertin der Grünen, Claudia Hämmerling, ein „völliger Blödsinn“, den niemand brauche. Ursprünglich war geplant, die Linie U 5 vom Alexanderplatz bis zum Hauptbahnhof zu verlängern. Begonnen hatten die Arbeiten am Hauptbahnhof, weil die Anlagen der U-Bahn dort in den Neubau integriert sind. Mitten in der Bauphase hatte der Senat dann aus Geldmangel den Weiterbau gestoppt. Weil der Bund das meiste Geld für den Bau aufgebracht hatte, drängte er auf eine Zwischennutzung und setzte den Betrieb zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor durch. Der Weiterbau bis zum Alexanderplatz muss demnach bis 2020 abgeschlossen sein. kt

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