Berlin : U-Bahn-Brände: Feuerwehr übt jetzt lebensnah im Tunnel

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Die Feuerwehr erhält einen Abschnitt der U-Bahn, um dort unter "lebensnahen" Bedingungen regelmäßig üben zu können. Dazu werden im bisher nicht genutzen Teil des Bahnhofs Jungfernheide etwa 500 Meter Gleis gelegt. Auch ein ausrangierter Zug wird dort aufgestellt. Die Übungsanlage ist eine der Konsequenzen, die die Feuerwehr und die BVG aus einer Übung im Sommer gezogen haben. Sensibilisiert sind beide, seit dem Brand eines Wagens am Tag der Love Parade im Jahr 2000 auf dem Bahnhof Deutsche Oper.

Besonders gefährlich bei einem Brand ist der Rauch. Auch auf dem Bahnhof Deutsche Oper blockierte der Rauch den einzigen Ausgang, weil der brennende Wagen direkt neben der Treppe stand. Die Fahrgäste mussten durch den Tunnel ins Freie flüchten. Am Bahnhof Jungfernheide erhält die Feuerwehr jetzt einen Abschnitt, der rauchdicht gemacht wird. Damit kann sie unter "echten" Bedingungen auch mit Atemschutzgeräten üben. Nutzen kann sie dabei einen Abschnitt der Tunnelanlage und des Bahnsteiges, die für eine Verbindung zum Flughafen Tegel vorgesehen waren. An deren Bau ist zur Zeit nicht gedacht.

Weil es derzeit immer noch elf Bahnhöfe mit nur einem Ausgang gibt, hat die BVG für den Weg über die Gleise dort Bohlen legen lassen. Bei der Übung hatten die "Fahrgäste" aber nicht nur die schmale Treppe am Bahnsteigende zu den Gleisen genutzt, sondern waren in ihrer angeblichen Panik vom Bahnsteig aufs Gleis gesprungen. Um auch hierbei die Verletzungsgefahr zu verringern, läßt die BVG die Laufbohlen nun um etwa 15 Meter bis in den Bahnsteigbereich hinein verlängern. Auf Stationen mit nur einem Ausgang soll zwar ein zweiter Ausgang gebaut werden, doch noch ist die Finanzierung nicht geklärt.

Insgesamt haben BVG und Feuerwehr nach der Übung vom Juni nach Angaben der BVG-Mitarbeiterzeitung "Profil" 32 Verbesserungsmaßnahmen zur Sicherheit bei einem Brand vorgenommen.

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