Berlin : U-Bahn-Brand: Endgültiges Ergebnis des Gutachtens wird erst zum Jahresende erwartet

kt/za

Die genaue Ursache für den Brand des U-Bahn-Waggons am vergangenen Sonnabend auf dem Bahnhof Deutsche Oper wird wahrscheinlich nicht vor Jahresende feststehen. Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben von Justizsprecherin Michaela Blume zwei weitere Gutachten zur Brandursache in Auftrag gegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen führte ein Kurzschluss wegen eines Isolierungsschadens zu dem Feuer, bei dem 21 Fahrgäste verletzt wurden.

Ausgangspunkt war nach Angaben der BVG ein Defekt am zweitletzten Wagen, der durch die Stromübertragung zu dem Brand im letzten Wagen führte. Dort soll sich ein Erdungskabel gelöst haben, das dann auf das Drehgestell fiel und dort das Feuer auslöste. Die Fahrzeuge der Baureihe GI/1 werden jetzt alle untersucht, bleiben aber im Einsatz. Sie sind 1988/89 in der DDR hergestellt worden und damit jünger als die meisten BVG-Züge auf den Linien U 1 bis U 4. Nach wie vor nicht geklärt ist, warum die Sicherheitszentrale keine Durchsagen an die etwa 300 Fahrgäste auf dem Bahnhof Deutsche Oper machen konnte, denen durch den brennenden Waggon der Fluchtweg über den einzigen Ausgang versperrt war.

Im Abgeordnetenhaus sagte Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) gestern, es müsse geprüft werden, ob man nicht wieder mehr Personal auf den U-Bahnhöfen einsetzen solle. Die BVG hatte die Zugabfertiger in den vergangenen Jahren alle abgezogen. Nach zum Teil heftiger Kritik an den personalfreien Stationen schickt das Unternehmen seit Anfang April wieder so genannte Präsenzkräfte auf die Stationen. Ferner werde geprüft, ob Bahnhöfe mit nur einem Ausgang einen weiteren erhalten müssen.

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