Berlin : U-Bahn-Fernsehen für einen Euro verkauft

Klaus Kurpjuweit

Für wen war es nun ein gutes Geschäft? Der Berliner Hans-Georg Marten hat für einen Euro das U-Bahn-Fernsehen der BVG gekauft und ist überzeugt, damit Gewinne machen zu können. Die BVG dagegen freut sich, einen Verlustbringer losgeworden zu sein, bei dem sie allein in diesem Jahr ein Defizit von rund 3,8 Millionen Euro ausgleichen musste.

Marten kennt sich aus im Metier. Jahrelang war er als Handelsvertreter für die BVG-Werbetochter VVR-Berek tätig, unter deren Regie das U-Bahn-Fernsehen, „Berliner Fenster“ genannt, lief. Auf Touren kam das Programm bisher aber nicht. Dem Berliner Fenster fehlten die Werbekunden, die Geld in die Kasse bringen sollten. Zuletzt versuchten die BVG-Manager, Partner in anderen Städten zu finden, um gemeinsam Großkunden an Land ziehen zu können. Nachdem auch dieses Projekt gescheitert war, entschloss sich der Verkehrsbetrieb zum Verkauf.

Der 50-jährige Marten griff zu. Nach Angaben der BVG hatte es mehrere Bewerber gegeben, doch Marten habe das beste Konzept gehabt. Einzelheiten zum Vertrag nannten beide Seiten jedoch nicht. Marten ist auch im Gastronomiebereich präsent. So gehören ihm der Alte Krug in Dahlem und das Café Möhring am Gendarmenmarkt. Auch das Wellenstein am Kurfürstendamm, das einem Umbau weichen musste, lief unter seiner Regie.

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