• U-Bahn Linie 5: Weiterbau in einem Jahr - Planungsänderungen für Baustelleneinrichtungen erforderlich

Berlin : U-Bahn Linie 5: Weiterbau in einem Jahr - Planungsänderungen für Baustelleneinrichtungen erforderlich

Klaus Kurpjuweit

Mit dem Weiterbau der U-Bahn-Linie U 5 kann nach Angaben der Senatsbauverwaltung frühestens Ende 2001/Anfang 2002 begonnen werden. Als Bauzeit sind fünf Jahre veranschlagt. Vorher seien noch umfangreiche Planungsänderungen erforderlich, sagte gestern die Sprecherin der Verwaltung, Petra Reetz. Unklar sei vor allem noch die Art der Baustelleneinrichtung.

Für den Kreuzungsbahnhof der U 5 mit der Linie U 6 unter der Kreuzung Friedrichstraße/Unter den Linden sollte die Baulogistik bisher auf die freie Fläche vor dem Hotel Unter den Linden gelegt werden. Finanzsenator Peter Kurth (CDU) will das Areal jedoch schnellstmöglich verkaufen. Im Genehmigungsverfahren müssen aber auch die Flächen für die Baustelleneinrichtungen nachgewiesen werden. Das Verfahren war, wie berichtet, ohnehin nach einer Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht für zwei Monate ausgesetzt worden. In diesem Zeitraum sollten die gegen den U-Bahn-Bau klagenden Geschäftsleute der Friedrichstraße ein Alternativangebot machen.

In diesem Bereich entsteht eine der wenigen offenen Baugruben an der gesamten Strecke, die ansonsten nach Art eines Maulwurfes - wie im Bergbau - erstellt wird. Gebaut werden soll dabei abschnittsweise, so dass die jeweiligen Gruben verhältnismäßig klein wären. Allerdings muss der Autoverkehr auf der südlichen Friedrichstraße gesperrt werden.

Noch nicht abgeschlossen sind nach Angaben von Reetz zudem die Planungen im Bereich Schlossplatz. Dort soll für den Bau dieses Bahnhofes der Untergrund vereist werden, um keine Grube ausheben zu müssen. Dieses Verfahren sei bisher einmalig in Europa. Dabei müsse verhindert werden, dass zwischen dem Schlossplatz und dem Berliner Rathaus durch Wassereinbruch ein "Kanal" entstehe. Allerdings seien die Planer zuversichtlich, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die Planungen seien nicht vorangetrieben worden, weil bisher unklar war, wann die Bauarbeiten weitergehen würden.

Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) wollte den Weiterbau um zehn Jahre verschieben, während der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) darauf drängte, umgehend die noch vorhandene Lücke der U 5 zu schließen. Von den 3,9 Kilometern der Verlängerung vom Alexanderplatz zum Lehrter Bahnhof sind knapp zwei Kilometer im Rohbau fast fertig - allerdings am "verkehrten" Ende zwischen Lehrter Bahnhof und Pariser Platz. Sein Ja zur Steuerreform der rot-grünen Bundesregierung hatte Diepgen auch vom Ja Strieders zur U 5 abhängig gemacht.

Beginnen sollen die Arbeiten, die Strieder nach Angaben von Reetz nicht weiter verzögern will, mit Leitungsarbeiten Unter den Linden. Mitten drin ist man schon im Bereich des Denkmals für Friedrich II., dessen Podest verschoben wird.

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