Berlin : U-Bahn nach Pankow wird nun im Sommer für zehn Wochen gesperrt

Klaus Kurpjuweit

Jetzt ist es endgültig: Zehn Wochen wird im Sommer keine U-Bahn auf der Linie U 2 nach Pankow fahren. Die BVG sperrt den Abschnitt zwischen Senefelderplatz und Vinetastraße vom 10. Juli bis zum 16. September, weil die Anlagen dringend saniert werden müssen. Ursprünglich wollte die BVG, wie berichtet, bereits im März zwischen Potsdamer Platz / Alexanderplatz und Vinetastraße keine Züge mehr fahren lassen. Nach einem erneuten Nachdenken hat sie die Bauarbeiten jetzt so gelegt, dass sie in die Sommerferien fallen und die Love Parade vorbei ist, die am 8. Juli stattfindet.

Damit verschiebt sich auch die Eröffnung der Verlängerungsstrecke vom Bahnhof Vinetastraße zum S-Bahnhof Pankow, die für Anfang Juni vorgesehen war. Der jüngste Abschnitt des U-Bahn-Netzes soll nun nach Abschluss der Sanierung in Betrieb gehen. Um eine Sperrung der Strecke komme man nicht herum, hieß es bei der BVG. Eine Alternative habe es nicht gegeben. Dass nicht mehr lange damit gewartet werden kann, hat ein Gutachten vom vergangenen November ergeben. Sonst bestünde die Gefahr, dass die Aufsichtsbehörde den Betrieb untersagt.

Während der Sperrung übernimmt die Straßenbahn den Ersatzverkehr zwischen Vinetastraße und Schönhauser Allee. Dabei fahren die Bahnen über die Eberswalder Straße, den Rosenthaler Platz und die Weinmeisterstraße zum Hackeschen Markt. Zwischen Schönhauser Allee und Senefelderplatz fahren alle vier Minuten Busse. In Spitzenzeiten sollen mehr Fahrzeuge eingesetzt werden. Für Fahrgäste verlängert sich die Fahrtzeit dabei erheblich. Klagen gab es in den vergangenen Wochen immer wieder über zu volle Busse im Schienenersatzverkehr, den es derzeit abends nach 22 Uhr sonntags bis donnerstag zwischen Potsdamer Platz und Vinetastraße gibt. Auch hier muss der Tunnel dringend saniert werden. Dieser Ersatzverkehr wird bis zum 25. Mai fortgesetzt.

Die Vollsperrung eines Abschnitts während der Bauarbeiten wird auch vom Fahrgastverband IGEB unterstützt. Nach Ansicht von Vorstandsmitglied Matthias Horth können sich Fahrgäste auf eine Vollsperrung besser einstellen als auf Sperrungen nur zu bestimmten Zeiten. "Und die Arbeiten können schneller abgeschlossen werden, wenn sie am Stück erfolgen."

Sperrungen von Strecken hat es bei der BVG und auch bei der S-Bahn mehrfach gegeben. 1998 fuhren im Sommer keine Züge auf der U 6 zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel, um die Strecke erneuern zu können. Mehr als ein Vierteljahr war 1990 der Abschnitt der U 1 zwischen Gleisdreieck und Möckernbrücke unterbrochen, als eine neue Brücke über den Landwehrkanal gebaut wurde. Die S-Bahn hatte im vergangenen Jahr wegen Bauarbeiten die Strecken zwischen Steglitz und Zehlendorf sowie Treptower Park und Baumschulenweg vorübergehend geschlossen. Auch dieses Jahr soll es Sperrungen geben.

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