U-Bahn-Panne : Kleiner Chip, großes Problem

Der zeitweise Ausfall der Berliner U-Bahnen am Montag geht offenbar auf einen defekten Chip in einem Rechner zurück. Einen Sabotageakt schloss die BVG aus.

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Am Montag kam es im gesamten U-Bahn-Verkehr zu Verspätungen.
Am Montag kam es im gesamten U-Bahn-Verkehr zu Verspätungen.Foto: dpa

„Es war also kein Fehler unserer Computerprogramme“, sagte Petra Reetz, Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), am Dienstag. Vermutlich sei ein Chip geschmolzen. Genaueres teilte die BVG nicht mit. Selbst innerhalb der Verkehrsbetriebe wissen nur wenige Mitarbeiter genau, welches Teil in welchem Rechner versagt hat. Aus Sicherheitsgründen wird wenig über das Netzwerk bekannt gegeben. Die Computer, von denen aus das Netz der BVG betrieben wird, stehen an verschiedenen Orten. Sie sind nicht ans Internet angeschlossen – damit will die BVG virtuelle Angriffe von außen ausschließen. Hacker hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Sicherungsmaßnahmen im Internet überwinden können und waren in geschützte Bereiche von Firmen und Behörden vorgedrungen. „Das kann uns nicht passieren“, sagte Reetz. Einen Sabotageakt hatte die BVG darum sofort ausgeschlossen.

Wegen der Panne war es am Montag auf allen Berliner U-Bahnlinien zu Beeinträchtigungen gekommen. Die Kommunikation zwischen Zügen und Stellwerken war stark verlangsamt, die U-Bahn-Führer mussten schließlich per Funk aus der Zentrale geleitet werden. „Wir haben es dann ganz klassisch von Mensch zu Mensch gemacht“, sagte Sprecherin Reetz. Nur vier Mitarbeiter in der Zentrale hätten die neun Berliner U-Bahnlinien über die kritischen Mittagsstunden koordiniert, jeder also mehr als ein Dutzend Züge. Erst am Nachmittag fuhren die U-Bahnen wieder nach Fahrplan, es dauerte mehrere Stunden, bis die Computer in den Stellwerken komplett einsatzfähig waren.

Im Mai dieses Jahres hatte die BVG ihren Bussen ein neues Fahrscheinverkaufssystem verpasst – doch auch dort spielte die Technik zunächst nicht mit. Auf vielen Strecken gab es anfangs gar keine Tickets, die Passagiere wurden durchgewunken, ohne zahlen zu müssen. Die Automaten in den Bussen waren laut BVG vom Hersteller fehlerhaft programmiert worden.

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