U-Bahn-Schläger : Torben P. darf nicht in die Schule

Der wegen der brutalen Prügelei am U-Bahnhof Friedrichstraße angeklagte Berliner Schüler Torben P. darf bis auf weiteres nicht an seine Schule zurückkehren. Stattdessen soll er Einzelunterricht erhalten.

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Die Sprecherin der Bildungsverwaltung Beate Stoffers sagte dem Tagesspiegel am Montag, dabei handele es sich um eine „vorläufige Organisationsmaßnahme“. „Wegen der gebotenen Wahrung des Schulfriedens und des Schulbetriebs hat man sich entschieden, den Unterricht für den Betroffenen außerhalb der Schule stattfinden zu lassen“, sagte Stoffers. Sie sprach von einem „absoluten Ausnahmefall“.

Torben P. befindet sich derzeit auf freiem Fuß und muss sich ab Dienstag nächster Woche vor dem Landgericht Berlin wegen versuchten Totschlags verantworten. Nach Tagesspiegel-Informationen hatte er gegenüber den Behörden angekündigt, nach den Sommerferien wieder seine Schule besuchen zu wollen. Lehrer und Eltern hätten sich jedoch dagegen gewehrt, man habe angesichts des aufmerksamkeitsträchtigen Falles einen „Medienauflauf“ befürchtet.

Torben P. sollte nach den Plänen von Schule und Bildungsverwaltung am Montag erstmals seinen örtlich getrennten Einzelunterricht erhalten. Ob es dazu kam, blieb offen. P.’s Verteidiger Boris Hube wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Er ließ offen, ob er gegen die behördliche Anordnung gerichtlich vorgehen wolle.

Dem geständigen 18-Jährigen wird vorgeworfen, im April dem mit ihm und dem Mitangeklagten Nico A. in Streit geratenen Markus P. mit einer Plastikflasche niedergeschlagen und ihn mehrmals gegen den Kopf getreten zu haben. Bilder der Überwachungskameras von der Tat gingen bundesweit durch die Medien. Der Schüler hatte sich daraufhin der Polizei gestellt, musste aber nicht in Untersuchungshaft; eine Entscheidung, die viel Kritik an der Berliner Justiz auslöste.

Nach der Tat war der Schüler zunächst vom Unterricht ausgeschlossen worden. Die Maßnahme ist jedoch gesetzlich befristet. Daraufhin stellte Torben P. einen Antrag auf Befreiung. Nun scheint es, als wolle er sich mit Blick auf den Prozessbeginn um Normalität bemühen, wozu ein regelmäßiger Schulbesuch gehört. Zu den Terminen vor Gericht, geplant sind fünf Prozesstage, muss er erscheinen. Zum Prozessauftakt am Dienstag wird auch Georg Baur erwartet, der bei der Schlägerei dazwischen ging und jetzt als Nebenkläger auftritt, neben dem Opfer der Tat, Markus P.

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