Berlin : U-Bahn-Schubser rief selbst die Polizei

24-jährige Frau vor Zug gestoßen – Motiv unklar /Asylbewerber fiel bereits wegen zahlreicher Delikte auf

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Noch immer sind die Hintergründe der Bluttat auf dem U-Bahnhof Paradestraße in Tempelhof unklar. Wie berichtet, hatte ein 19-jähriger Liberianer dort am Sonnabend eine 24-jährige Kreuzbergerin vor einen einfahrenden Zug der Linie 6 gestoßen. Die Frau überlebte schwer verletzt und ist außer Lebensgefahr. Der Zugführer, der noch vergeblich versucht hatte, die Bahn zu stoppen, erlitt einen Schock.

Die vollkommen ahnungslose Frau kam kurz nach 14 Uhr auf den Bahnhof. Der Täter ging auf sie zu, packte sie und stieß sie vor die in diesem Moment nur noch etwa zehn Meter entfernte U-Bahn. Sie wurde zwischen Zug und Bahnsteigkante eingeklemmt und erlitt dabei schwerste Kopfverletzungen. Anschließend wählte der Täter selbst den Polizeinotruf 110 und übergab unmittelbar danach den Hörer an den einzigen Zeugen auf dem Bahnsteig, der der Polizei dann den Vorfall schilderte. Anschließend wartete der Täter bis die Polizei kam und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Zu seinen Beweggründen äußerte sich der der Liberianer bisher nicht: „Er starrt uns schweigend ins Gesicht“, sagte ein Ermittlungsbeamter. Gegen den Täter soll Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt werden. Der Täter ist bei der Polizei kein Unbekannter. Er war bereits in der Vergangenheit wegen zahlreicher Delikte – darunter Drogenmissbrauch und Körperverletzung – ins Visier der Berliner und Brandenburger Ermittler geraten. Der Mann ist als Asylbewerber im brandenburgischen Guben gemeldet, hält sich dort aber selten auf. Was er am Sonnabend in Tempelhof wollte, konnte auf Grund seines stoischen Schweigens bisher nicht geklärt werden. Ob der Mann bei der Tat unter Drogeneinfluss gestanden hat oder geistig verwirrt ist, soll durch medizinische Gutachten festgestellt werden.

Im Dezember hatte ein geistig verwirrter 23 Jahre alter Mann auf dem U-Bahnhof Kurt-Schumacher-Platz in Reinickendorf einen 26-jährigen Mann vor eine U-Bahn gestoßen. Das aus Crailsheim stammende Opfer ist seither querschnittsgelähmt. Ihm wurde außerdem ein Arm amputiert.

Der Täter, der sechs Tage später festgenommen werden konnte, hatte bereits einen Monat vor dem Angriff auf den Soldaten ein Kleinkind mit einem Messer angegriffen. Es wurde leicht verletzt. Die Mutter hatte den Täter vertrieben. Später sagte der Täter der Polizei, er habe das Kind vor der schreienden Mutter schützen wollen, behauptete aber auch, dass es sich seiner Auffassung nach um eine Puppe gehandelt habe. weso

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