Berlin : U-Bahnhof Deutsche Oper: Jetzt halten die Züge wieder

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Knapp acht Wochen nach dem Brand im U-Bahnhof Deutsche Oper halten von heute an dort wieder die Züge der Linie U 2. Der Bahnhof war seit dem 8. Juli geschlossen, weil er nach dem Feuer saniert werden musste. Die Arbeiten werden erst Ende des Jahres abgeschlossen sein, doch die BVG wolle die Station so früh wie möglich für die Fahrgäste wieder öffnen, sagte gestern U-Bahnchef Ulrich Deinhardt. Nicht entschieden ist bisher auch, welche der elf Stationen mit nur einem Ausgang einen weiteren erhalten sollen.

Auf dem Bahnhof Deutsche Oper war den Fahrgästen der Fluchtweg über die einzige Treppenanlage versperrt, weil unmittelbar daneben der brennende U-Bahn-Wagen stand. Die Fahrgäste mussten zunächst auf dem Bahnsteig ausharren und brachten sich dann durch den Tunnel in Sicherheit.

Die BVG hatte daraufhin angekündigt, die elf Stationen im Netz, die wie Deutsche Oper nur einen Ausgang an einem Bahnsteigende haben, umzubauen. Ein neuer Ausgang werde zwischen 2 und 5 Millionen Mark kosten, sagte Deinhardt. Wo der Aufwand zu groß wäre, wolle man eine andere Lösung finden. Dies könnten Notausstiege direkt am Bahnsteigende oder auch automatische Rauchabzugsanlagen sein.

Am Bahnhof Deutsche Oper kostet allein die nach dem Feuer erforderliche Sanierung nach Deinhardts Angaben mehr als zwei Millionen Mark. Einen Teil davon übernehmen Versicherungen. Fahrgäste werden die Station danach kaum wiedererkennen. Der Bahnhof wird jetzt in etwa so hergestellt, wie ihn Alfred Grenander einst entworfen hatte und wie er 1906 eröffnet wurde. Die Spuren der 1982/83 für damals 2,5 Millionen Mark erfolgten Generalüberholung werden fast alle beseitigt.

Die Bahnsteigwände erhalten wieder hellgraue Fliesen, die die gelbe und weiße Keramik ersetzen, die damals einfach über den alten Fliesen angebracht worden war. Diese Trägerkonstruktion wurde bei dem Brand weitgehend zerstört. Diese Konstruktion hatte man damals gewählt, weil die alten Fliesen von der Wand gefallen waren. Diese Probleme, die es auch bei anderen U-Bahnhöfen gab, habe man inzwischen im Griff, versicherte Deinhardt.

Freigelegt werden auch die Messingblenden an den historischen Kapitellen der Stützen, die zum Teil noch ursprüngliche Lampen tragen. Und später soll auch wieder das moderne Informationssystem "Daisy" installiert werden. Hier hängen jetzt einfache, gemalte Schilder mit den Zielanzeigen.

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