Berlin : U-Bahnhof Reichstag: Unterirdisch

tis

Wenn im U-Bahnhof Reichstag schon keine Züge rollen, dann wenigstens die Bälle. Dies scheint sich der Veranstalter des unterirdischen Sportwettkampfs gesagt zu haben, der hier im Rohbau am Freitag und Sonnabend stattfindet. Mehr als 2000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren streiten hier um die Titel "Bester Fußballer, Basketballer und Skateboarder Berlins". Außer um die persönliche Ehre geht es auch um die des Heimatstadtteils. So tritt Pankow gegen Prenzlauer Berg an - inzwischen sind beide ja ein Bezirk. Für jede Sportart gibt es einen Parcours, den Teams aus fünf Mitgliedern mit ihrem jeweiligen Sportgerät bewältigen müssen. Die Fahrspur für die U-Bahn gehört zum Beispiel den Skatern. Die Fahrer springen über mehrere Rampen, an denen sie ihre "Moves" genannten Figuren zeigen, und eine Jury vergibt Punkte.

Ausrichter ist der Sportartikelhersteller Nike. Er hat den Bahnhof von der BVG gemietet, um hier "Subground Sports unter dem Reichstag" zu veranstalten. Eigentlich sollte das ganze "Subground Battle" (Untergrundkampf) heißen, doch aufgrund der Ereignisse in den USA hat sich die Firma jedoch zur Umbenennung entschlossen.

Allzu viele Zuschauer werden jedoch nicht das Vergnügen haben, die sportlichen Künste zu verfolgen. Denn nur geladene Gäste haben Zutritt. So bleibt der breiten Öffentlichkeit auch vorenthalten, ob es die Fußballer schaffen, ihren schwierigen Parcours zu meistern. Der ähnelt stark einem Minigolfplatz, und wohl nur Filigrantechniker werden in der Lage sein, den Fußball über eine Rampe in ein Netz zu zaubern, ihn vorher aber noch über ein Hindernis hüpfen zu lassen. Auch den Basketballern hat man es nicht einfach gemacht. Sie müssen sich durch die "natürlichen Hindernisse" des U-Bahnhofes dribbeln, bevor sie "einlochen" können. Nachdem der ernste Teil des Wettbewerbs überstanden ist, kann man dann in der "Chill-Out-Area" entspannt ein paar Körbe werfen oder der Musik eines Radio-DJs lauschen. Am Samstagabend folgt die Auszeichnung der Siegermannschaften. Die geplante Party am Sonntag ist jedoch abgesagt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar