U-Bahnhof-Schläger Torben P. : Neues Video zu Überfall aufgetaucht

Die Brutalität, mit der Torben P. im April 2011 im U-Bahnhof Friedrichstraße auf einen Mann los gegangen war, hatte bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Nun ist ein Video veröffentlicht worden, das die Rollen von Opfer und Täter in einem neuen Licht erscheinen lässt.

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Die Tat löste Entsetzen aus. Der Umgang mit dem Täter Empörung.
Die Tat löste Entsetzen aus. Der Umgang mit dem Täter Empörung.Foto: DAPD

Unter den Attacken auf Berliner U-Bahnhöfen in den vergangenen Monaten zählt dieser zu den brutalsten: Auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße schlägt der 18-jährige Gymnasiast Torben B. sein Opfer nieder und tritt ihm wie von Sinnen auf den Kopf. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten das Video einer Überwachungskamera der BVG veröffentlicht, um nach dem Tatverdächtigen zu fahnden. Jetzt sind weitere Bilder bekannt geworden, die die Vorgeschichte des Angriffs dokumentieren – und möglicherweise die Rollen von Opfer und Täter in verändertem Licht erscheinen lassen.

Die „RBB-Abendschau“ veröffentlichte am Sonntagabend die Szenen, auf denen die Minuten vor der Eskalation zu sehen sind. Sowohl das spätere Opfer als auch Torben P. und dessen Komplize sind erkennbar betrunken. Sie sitzen nebeneinander auf dem Bahnsteig, geraten offenbar in Streit. Schließlich ist es das spätere Opfer, das zuerst aufspringt und offenbar aggressiv auf P. und dessen Begleiter einredet. Sekunden später erheben sich auch diese beiden; ein gegenseitiges Geschubse beginnt, bis P. den 29-Jährigen schließlich zu Boden schlägt und tritt.

Aus Sicht von P.s Verteidiger stellt sich der Fall demnach anders dar, als er bisher in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Ob das Gericht das ebenso sieht, wird sich im Verlauf der Verhandlung zeigen, der im September beginnen soll. Die Staatsanwaltschaft rechtfertigte im RBB die Auswahl der bisher veröffentlichten Szene: Die Ganzkörper-Aufnahme des Tatverdächtigen und seine Bewegungen dienten der erfolgreichen Fahndung, hieß es. Deshalb habe man sich für diese Veröffentlichung entschieden – obwohl es laut der „Abendschau“-Dokumentation auch eine andere Videosequenz gab, auf der Torben P.s Gesicht deutlich besser erkennbar war. Der Gymnasiast war nach der Tat vom Unterricht ausgeschlossen worden. In Untersuchungshaft kam er nicht – was der Justiz viel Kritik einbrachte.

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