Berlin : Über 5000 Beschäftigte im Stellenpool

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Der Berliner Stellenpool hat den Landeshaushalt im vergangenen Jahr nach Angaben der Finanzverwaltung um rund 48 Millionen Euro entlastet. Die vor zwei Jahren neu geschaffene Behörde mit der offiziellen Bezeichnung „Zentrales Personalüberhangmanagement“ soll Verwaltungsbeschäftigte, deren Arbeitsplätze mit dem so genannten kw-Vermerk („kann wegfallen“) versehen sind, auf zeitlich befristete oder dauerhafte Stellen vermitteln. 4641 von zurzeit rund 131 000 Beschäftigten sind 2005 in den Stellenpool gekommen. Davon sei ein Überhang von 1500 Beschäftigten (35 Prozent) abgebaut worden, sagten Behördenchef Peter Buschmann und Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Diese schieden entweder über Altersregelungen aus oder wurden auf andere Stellen vermittelt. Seit Februar muss sich die Behörde allerdings um weitere 2000 Beschäftigte kümmern, die nach der Bildung der Kita-Eigenbetriebe dem Stellenpool zugefallen sind. Zurzeit sind über 5000 Beschäftigte im Pool.

Uwe Januszewski, stellvertretender Vorsitzender des Hauptpersonalrats, nannte die Versetzung von Kita-Erzieherinnen und Reinigungskräften in den Stellenpool „Augenwischerei, da sie direkt von den Bezirken weiter betreut und weitervermittelt werden könnten“. Die Grünen kritisierten, dass noch keine Einsatzkonzepte für die Erzieherinnen existierten. Stellenpool-Leiter Buschmann entgegnete, dass mehr als 100 ehemalige Kita-Erzieherinnen geschult und bereits in anderen Verwaltungsbereichen wie Bürgerämtern untergekommen seien. CDU und FDP forderten eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse des Stellenpools.

Berlins Finanzsenator will bis zum Jahr 2012 die Stellenzahl in der Verwaltung auf rund 100 000 reduzieren. „Dann erst hat Berlin, gemessen an der Einwohnerzahl, den bundesweiten Durchschnitt erreicht“, sagte Sarrazin. sib

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