Berlin : Über Straßensperrungen am 4. Juni ist noch nicht entschieden

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Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) sucht noch nach einem Straßenprogramm, um am 4. Juni, wie von ihm gewünscht, Teile der Innenstadt zu autofreien Zonen erklären zu können. Straßensperrungen seien nur möglich, wenn ein Grund dafür nachgewiesen werden könne, sagte Strieders Sprecherin Dagmar Buchholz. Dabei wird das Zentrum demnächst ohnehin mehrfach dicht sein: am 1. Juni durch ein Radrennen, am 4. Juni durch eine Fahrradsternfahrt, und dann kommt noch eine Großbaustelle auf der Stadtautobahn am Funkturm dazu, die dazu führen kann, dass auch die Straßen in der Umgebung verstopft sein können.

Am Wunsch, den 4. Juni zum autofreien Tag - auf freiwilliger Basis - zu erklären, will Strieder festhalten. Zusätzlich sollen einige Straßen im Zentrum gesperrt werden, wenn sich ein Programm dafür findet. Viele Hauptverkehrsstraßen werden an diesem Sonntag ohnehin mehr oder weniger lang blockiert sein, weil am Tag der Umwelt die traditionelle Fahrradsternfahrt auf 13 verschiedenen Routen zum Umweltmarkt am Brandenburger Tor und Unter den Linden stattfindet. Und dort sind die Autos dann ohnehin ausgeschlossen.

Wenn der "autofreie" Sonntag kommen sollte, will die BVG den Autofahrern wahrscheinlich ein besonderes Angebot mit einem billigeren Sonderticket machen. Wie die Konditionen aussehen könnten, konnte BVG-Sprecherin Barbara Mansfield gestern noch nicht sagen. Eine Entscheidung werde nicht vor morgen fallen. Außerdem sollen an einem "autofreien" Tag mehr Bahnen und Busse fahren. Die S-Bahn war nach Angaben ihres Sprechers Ingo Priegnitz zu den Gesprächen mit der Senatsverkehrsverwaltung erst gar nicht eingeladen.

Nur wenn es gelingt, Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen, könnte der Appell, das Auto stehen zu lassen, zum gewünschten Erfolg führen. Sonst besteht nach Ansicht von Experten des Umweltbundesamtes die Möglichkeit, dass viele mit dem Auto zu den "autofreien" Straßen fahren, um dort das Unterhaltungsprogramm - welcher Art auch immer - zu genießen.

Fast ganztägig dicht sein wird die westliche Innenstadt bereits am 1. Juni. Dann ist Berlin Zielankunft der Radetappenfahrt "deutschland tour 2000". Zwischen Uhlandstraße, Kurfürstendamm, Lietzenburger Straße, Hofjägerallee und Großem Stern erwarten die Veranstalter den ganzen Tag über tausende von Teilnehmern. Zum Begleitprogramm des Radrennens der Profis gehört nämlich auch ein Skater- und Volksradfahren.

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