Berlin : Überall zu viel Feinstaub

Grenzwert oft auch in Wohnstraßen überschritten

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Feinstaub über dem EU-Grenzwert gibt es nicht nur an Hauptverkehrsstraßen. Auch in ruhigen Nebenstraßen wie der Nansenstraße in Neukölln, einer Sackgasse zwischen Maybachufer und Reuterplatz, wurde der zulässige Tages-Grenzwert in diesem Jahr bereits wieder zwei Mal überschritten – so oft wie bei den viel befahrenen Abschnitten auf der Frankfurter Allee in Friedrichshain sowie der Karl-Marx-Straße und der Silbersteinstraße in Neukölln.

Die Grenzwertüberschreitung an der Nansenstraße beunruhigt die Fachleute in der Umweltverwaltung allerdings – noch – nicht. Für sie ist klar, dass der Feinstaub in den nach EU-Normen unzulässigen Größen vor allem durch die Knallerei zu Silvester verursacht worden ist.

Allerdings schrammte die Nansenstraße bereits im vergangenen Jahr nur knapp an der zulässigen Höchstgrenze vorbei. An 35 Tagen lässt die EU-Vorgabe eine Überschreitung der Höchstwerte zu, immerhin 29 Mal war es auch an der Nansenstraße soweit.

Spitzenreiter bei den Grenzwertüberschreitungen war nach Angaben des Umweltbundesamtes mit 72 Tagen im vergangenen Jahr die Silbersteinstraße, in der die Stadtentwicklungsverwaltung ein Durchfahrverbot für Lastwagen ausgesprochen hat. Mit 71 registrierten Überschreitungen folgt dann die Frankfurter Allee. Anwohner hatten vergeblich vor Gericht auf ein Fahrverbot in diesem Bereich geklagt. An der Schildhornstraße in Steglitz überschritt der feine Dreck in der Luft an 57 Tagen den zulässigen Wert. Hier gilt seit Kurzem auch tagsüber Tempo 30, was die Polizei aber vor allem mit hohen Unfallzahlen begründet.

Reagieren will der Senat auf die Grenzwertüberschreitungen erst von 2008 an. Dann sollen innerhalb des S-Bahn-Rings in einer so genannten Umweltzone Fahrverbote für Autos gelten, die nicht die aktuelle EU-Norm erfüllen. kt

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