ÜBERBELEGTE SCHULEN : 4000 Schüler lernen in zu vollen Klassen

Drängelkunde
Drängelkunde

GRUNDSCHULE

Nicht mehr als 23 bis 26 Schulanfänger sollen in einer Klasse sitzen – so steht es in der Grundschulverordnung. Gegen diese Vorgabe wird allerdings in fast allen Bezirken verstoßen. Dies ergab eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Martin Delius (Piraten). Die Bildungsverwaltung teilte ihm jetzt mit, dass 74 Schulanfangsklassen im vergangenen Schuljahr aus über 26 Kindern bestanden. Am stärksten betroffen waren der Bezirk Pankow mit 15 Klassen, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg mit elf Klassen. Nur Lichtenberg hatte keine zu großen Lerngruppen. Die Schulanfangsphase gilt als besonders sensibel, weil die Kinder schon ab fünfeinhalb eingeschult werden und sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen.

GYMNASIEN

In den siebten Klassen der Gymnasien wurde in neun Fällen gegen die Vorgabe verstoßen, nicht über 32 Kinder aufzunehmen. Betroffen war vor allem Mitte. In Einzelfällen waren bis zu 36 Kinder in einer Klasse. Allerdings gehen erfahrungsgemäß etliche ab, weil sie das Probejahr nicht schaffen.

SEKUNDARSCHULEN

Da 2012 knapp 1000 Schüler am Probejahr der Gymnasien scheiterten, mussten sie in die achten Klassen der Sekundarschulen wechseln. In der Folge überschritten dort 45 Klassen die Höchstfrequenz von 26 Schülern. Im siebten Jahrgang betraf dies 20 Klassen. In diesem Jahr muss die Sophie- Scholl-Sekundarschule in Schöneberg eine siebte Klasse mit 30 Schülern aufnehmen, weil Familien Anwälte einschalteten.

BILANZ

Nimmt man alle Schulformen zusammen, waren 2012/13 rund 150 Klassen mit etwa 4000 Kindern von zu hohen Frequenzen betroffen. Bildungspolitiker Delius nannte diese Zahlen „erschreckend“. Für 2013/14 liegen noch keine Ergebnisse vor. sve

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben